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Reisetipps
03.06.2010 - Voller Bauch oder Hunger verschlimmern Reiseübelkeit

Wenn reiseempfindliche Kinder mehr als 3 Stunden vor Antritt einer Auto-, Boots- oder Flugreise nüchtern waren, sollten sie eine Kleinigkeit essen. „Die so genannten Nüchternschmerzen können eine evtl. auftretende Reiseübelkeit verstärken. Während Autofahrten sollten Kinder zudem nach vorne schauen, sich nicht mit einem Buch oder Spiel beschäftigen, sondern sich auf Dinge konzentrieren, die weiter entfernt liegen und sich bewegen, wie z.B. ein langsam vorüberziehender Waldrand am Horizont. Wenn ein Kind hingegen auf etwas Unbewegliches, z.B. einen Gameboy, blickt, senden Augen das Signal ‚keine Bewegung’, das Gleichgewichtsorgan hingegen das Signal ‚Bewegung’ an das Gehirn und verursachen eine Art Orientierungslosigkeit, die Schwindel und Übelkeit auslöst“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jungendärzte. Legt ein Kind seinen Kopf auf ein Kissen, schaukelt dieser hin und her und steigert diesen Effekt.

Vor allem Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren leiden unter Reiseübelkeit. Bei Autofahrten sollten bei Auftreten der Reiseübelkeit Pausen eingelegt werden, die Kinder sollten ausreichend Gelegenheit haben, sich dabei zu bewegen. Bei längeren Reisen sollten von vorneherein mehrere solcher Stopps eingerechnet werden. Aber auch ablenkende Maßnahmen wie Singen, Ratespiele, Radio- oder Kassettenhören etc. sind geeignet. Reisemedikamente, die unter Umständen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, sollten wegen des Nebenwirkungsrisikos unbedingt vor Antritt der Reise mit dem Kinder- und Jugendarzt besprochen werden. In anderen Transportmitteln sollten sich betroffene Kinder dort aufhalten, wo die Bewegung am wenigsten zu spüren ist, d.h. im Bus vorn, auf dem
Schiff in der Mitte und im Flugzeug im Bereich der Tragflächen.

„Wenn ein Kind aber auch unabhängig von bewegten Fahrzeugen unter Schwindel leidet, evtl. verbunden mit Kopfschmerzen, Hör-, Seh-, oder Sprachstörungen oder Gangunsicherheit, dann sollten Eltern mit ihm zum Kinder- und Jugendarzt. Manchmal können auch Medikamente Übelkeit auslösen oder verschlimmern“ so Dr. Fegeler.

Quelle
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.


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