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Entwarnung: Kein erhöhtes Krebsrisiko für CED-Patienten durch Azathioprin
Azathioprin ist ein hochwirksames Medikament, das bei verschiedenen Krankheitsbildern eine unerwünschte Aktivität des Immunsystems reguliert. Mediziner sprechen von einem Immunsuppressivum. CED-Patienten benötigen Azathioprin, wenn ihre Beschwerden so hartnäckig sind, dass diese sich mit Kortisonpräparaten nicht oder nur durch eine – unerwünschte – Dauergabe kontrollieren lassen. Darüber hinaus gilt Azathioprin als Medikament der ersten Wahl, um die beschwerdenfreie Phase (Remission) bei Patienten mit Morbus Crohn zu erhalten. Colitis-ulcerosa-Patienten können es zu diesem Zweck erhalten, wenn 5-Aminosalizylsäure nicht wirksam war.

Das positive Nutzen-Risiken-Profil von Azathioprin wurde in der Vergangenheit allerdings etwas getrübt. So gab es in anderen Anwendungen vereinzelt Hinweise auf ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko. Damit stellt sich auch die Frage, wie sicher Azathioprin in der Langzeittherapie von CED ist. Denn zum einen müssen Betroffene das Medikament teilweise über mehrere Jahre hinweg einnehmen. Zum anderen haben Colitis-ulcerosa-Patienten allgemein und Morbus-Crohn-Patienten, wenn das Kolon befallen ist, nach langjähriger Erkrankung per se schon ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Manche CED-Patienten hatten daher Bedenken, ein an sich indiziertes Immunsuppressivum wie Azathioprin einzunehmen – Bedenken, die sich auf Grund einer Metaanalyse nun zerstreuen lassen.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Daten von neun Studien ausgewertet. Die Forscher wollten wissen, ob bösartige Tumoren bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie mit einer anderen Häufigkeit auftreten als bei Patienten ohne diese Therapie. Es zeigte sich, dass bösartige Tumoren jeglicher Art in den verschiedenen untersuchten Gruppen vergleichbar häufig auftraten. Ein erhöhtes Risiko ergab sich weder für die Gesamtgruppe der immunsupprimierten Patienten noch für die Untergruppen der immunsupprimierten Colitis-ulcerosa- beziehungsweise Morbus-Crohn-Patienten. Die Forscher kommen daher zu dem Schluss, dass der Einsatz von Immunusppressiva wie Azathioprin bei CED-Patienten nicht mit einer Zunahme des Krebsrisikos einhergeht.

Diese neuen Daten dürften sowohl bei den Ärzten als auch bei den Patienten zu einer Verbesserung der Akzeptanz einer Behandlung mit Azathioprin beitragen.


Quelle: Masunaga Y et al., Ann Pharmacother. 41 (2007): 21-28



Gewebeprobe unter dem Mikroskop

Gewebeprobe aus dem Darm
Eine Studie zeigt, dass das Krebsrisiko unter einer Behandlung mit Immunsuppressiva nicht erhöht ist.
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