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Medizinischer Expertenservice
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Darmkrebsrisiko bei CED-Patienten – ein Update
14.04.08 - Die schlechte Nachricht vorweg: Patienten mit CED haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Die gute Nachricht: Man kann etwas dagegen tun.
Es gilt heute als gut belegt, dass Patienten mit Colitis ulcerosa und teilweise auch jene mit Morbus Crohn häufiger an Dickdarmkrebs (kolorektales Karzinom) erkranken als Menschen aus der Allgemeinbevölkerung. Um wie viel höher das Risiko ist, lässt sich allerdings nicht genau quantifizieren. Es kommt nämlich sehr darauf an, welche Patientengruppen untersucht werden. Gefährdet sind demnach vor allem
Darüber hinaus spielt offenbar auch die Geografie eine Rolle. So scheinen US-amerikanische CED-Patienten öfter betroffen zu sein als etwa skandinavische. Forscher machen für dieses Phänomen Unterschiede in den Erbanlagen, der Ernährungsweise, dem Medikamentengebrauch oder bei vorbeugenden Maßnahmen verantwortlich. Alles in allem erkranken Colitis-ulcerosa-Patienten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bis zu 5,7 Mal häufiger an einem Dickdarmkrebs, bei Morbus-Crohn-Patienten mit Befall des Kolons wurde eine Risikoerhöhung bis zu einem Faktor von 4,5 gezeigt. Dies lässt Experten weltweit darüber nachdenken, welche Gegenmaßnahmen geeignet sind. In einer aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Inflammatory Bowel Diseases wurde nun ein Expertenkonsensus zu diesem Thema veröffentlicht. Früherkennung und medikamentöse Vorbeugung Dem erhöhten Krebsrisiko kann auf mehreren Ebenen begegnet werden, zum einen durch eine bestmögliche Kontrolle der Erkrankung. Registerdaten zeigen nämlich, dass mit der Intensität der Entzündung auch das Krebsrisiko steigt. Zum anderen sollten CED-Patienten die Angebote der Krebsfrüherkennung nutzen und sich in den empfohlenen Intervallen einer Darmspiegelung (Koloskopie) unterziehen. Bei dieser Untersuchung lassen sich nämlich so genannte Dysplasien gut erkennen. Diese Schleimhautanomalien entwickeln sich bei etwa jedem dritten bis zweiten Patienten innerhalb von fünf Jahren zu einem Krebs. Sie sollten daher entfernt werden, bevor Schlimmeres entsteht. In mehreren Studien zeigte sich tatsächlich, dass Patienten, die sich im Krankheitsverlauf koloskopieren ließen, signifikant seltener an einem Dickdarmkrebs erkrankten und signifikant seltener daran verstarben als jene, die nie koloskopiert wurden. Und schließlich besteht auch noch die Möglichkeit, mit Medikamenten einem Krebs vorzubeugen. Kandidat der Wahl ist derzeit ein „guter Bekannter“, die 5-Aminosalizylsäure (5-ASA). Sie ist ohnehin Mittel der Wahl bei leichter bis mittelgradiger Colitis ulcerosa. Darüber hinaus schützt sie Studiendaten zufolge auch vor einem Dickdarmkrebs. 5-ASA: Therapietreue ist Trumpf In einer Metaanalyse mit 1932 Colitis-ulcerosa-Patienten reduzierte regelmäßig eingenommenes 5-ASA das Risiko für die Entstehung von Dysplasien und Karzinomen um rund die Häfte. Dieser Zusammenhang zwischen 5-ASA Einnahme und Schutz vor Dickdarmkrebs ließ sich sinngemäß in weiteren Studien bestätigen. So zeigte eine Untersuchung, dass Patienten, die ihr 5-ASA wie vom Arzt verordnet einnehmen, seltener einen Dickdarmkrebs entwickeln als jene, die das nicht tun. Während von den therapietreuen Patienten nur 3 Prozent (5 von 152) erkrankten, waren es in der Gruppe der nicht therapietreuen Patienten 31 Prozent (5 von 16). Zwar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht geklärt, ob wirklich alle CED-Patienten 5-ASA zum Schutz vor einem Dickdarmkrebs erhalten sollten. Unklar ist auch noch, ob die verschiedenen galenischen Zubereitungen von 5-ASA Unterschiede in der protektiven Wirksamkeit aufweisen. Dennoch belegen die Studiendaten, dass es sich lohnt, auf eine gute Symptomkontrolle zu achten, die regelmäßigen Koloskopieuntersuchungen wahrzunehmen und ärztlich verordnete 5-ASA konsequent einzunehmen. Quelle: Rubin et al. Colorectal Cancer Prevention in Inflammatory Bowel Disease an the Role of 5-Aminosalicylic Acid : a Clinical Review and Update. Inflammatory Bowel Diseases 2008; 14(2): 265-274 |
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Gewebeprobe aus dem Darm
Das Krebsrisiko bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist unter bestimmten Voraussetzungen erhöht. |
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