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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail.
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Der Gesundheitscheck für CED-Patienten
22.12.09 - Krebsfrüherkennung, Impfungen, ausgewogener Lebensstil – was der Allgemeinbevölkerung die Gesundheit erhält, tut dies auch bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Lesen Sie, worauf es besonders ankommt.

Rauchverzicht
Patienten mit Morbus Crohn haben gute Gründe den Glimmstengel links liegen zu lassen. Statistisch gesehen haben Raucher nämlich ein höheres Risiko für schwere Verläufe und für ein Wiederauftreten der Erkrankung nach beschwerdenfreien Phasen. Darüber hinaus kann der Tabakkonsum die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen. Zwar scheint das Rauchen bei Patienten mit Colitis ulcerosa paradoxerweise durchaus positive Effekte zu haben. Denen stehen allerdings gut dokumentierte Nachteile gegenüber, wie Schäden am Herz-Kreislauf-System und den Lungen und ein allgemein erhöhtes Krebsrisiko.
Rauchen und CED
Tipps zum Rauchstopp


Blutuntersuchungen
Patienten mit CED sollten regelmäßig ihr Blut untersuchen lassen. Mit Hilfe bestimmter Merkmale kann der Arzt die Entzündungsaktivität bestimmen, das Ansprechen auf manche Medikamente überwachen, den Verlauf der Erkrankung einschätzen sowie etwaige Komplikationen und extraintestinale Manifestationen erkennen. Letzteres sind Erkrankungen außerhalb des Verdauungstrakts, die in einem Zusammenhang mit der CED stehen. Sie betreffen beispielsweise die Gelenke, die Haut, die Leber und die Gallenwege und die Augen.

Blutuntersuchungen sind auch sinnvoll, wenn ein Nährstoffmangel naheliegt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Patienten unter häufigen und schweren Durchfällen leiden oder stark bluten, wenn beim Morbus Crohn das Ileum als Ort der Nährstoffaufnahme entzündet ist oder wenn Darmanteile operativ entfernt wurden. Betroffene sollten dann ihre Werte für Eisen, Vitamin B12 und D und Folsäure testen lassen.

Weitere Tests sind angebracht oder notwendig, je nachdem welche Medikamente Patienten einnehmen:
  • Aminosalizylate: Einmal jährliche Kontrolle des Kreatininwerts zur Überwachung der Nierenfunktion. Das Risiko einer Nierenschädigung ist allerdings minimal.
  • Kortisonähnliche Medikamente (Steroide): Einmal jährlich Vitamin D und Blutzuckerkontrolle.
  • Azathioprin und Methotrexat: regelmäßige Überprüfung des Blutbilds und der Leberwerte.
  • Biologische Therapien (Anti-TNF-Antikörper): Regelmäßige Tests zur Überwachung der Funktionen von Leber und Knochenmark.

Impfungen
Für CED-Patienten gelten prinzipiell dieselben Impfempfehlungen wie für Menschen aus der Allgemeinbevölkerung. Allerdings sollten Patienten die immunsuppressive Medikamente einnehmen, nicht mit Seren geimpft werden, die lebende Krankheitserreger enthalten. Hierzu zählen etwa die Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln, Typhus (oral), Windpocken und Gelbfieber.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in einem aktuellen Brennpunkt-Beitrag unseres Experten Professor Dr. Andreas Stallmach:
Impfungen bei CED, Schwerpunkt Schweinegrippe


Koloskopie
Darmspiegelungen haben in der Überwachung von CED-Patienten einen hohen Stellenwert. Mit ihrer Hilfe kann der Arzt den Krankheitsverlauf und das Ansprechen auf die Therapie dokumentieren, kleinere Eingriffe durchführen und etwaige Krebserkrankungen frühzeitig erkennen.
Weiter Informationen zum Thema finden Sie hier:
Darmkrebsrisiko bei CED-Patienten


Knochencheck
Aus Studien ist bekannt, dass der Mineralgehalt der Knochen - die so genannte Knochendichte - bei vielen CED-Patienten erniedrigt ist. Je nach Ausmaß sprechen Mediziner von Osteopenie (geringfügig erniedrigt) oder Osteoporose (stark erniedrigt). Im Falle einer Osteoporose können Knochen schon bei geringfügigen Belastungen oder sogar ohne erkennbaren Anlass brechen.

Bei CED-Patienten führen die Entzündung selbst, Ernährungsmängel (vor allem mit Vitamin D und Kalzium), Bewegungsmangel und Untergewicht sowie Medikamente (Steroide, Cyclosporin A und Methotrexat) zur Osteopenie oder Osteoporose. Eine Dichtemessung zeigt, inwieweit die Knochen bereits geschwächt sind. Allerdings ist eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die gute Nachricht: Einer Osteopenie/Osteoporose kann man vorbeugen, indem man die erwähnten Medikamente nach Möglichkeit umgeht, sich ausreichend im Freien bewegt, sich ausgewogen ernährt und einen etwaigen Mangel an Vitamin D und Kalzium durch Ergänzungsmittel ausgleicht. Mehr dazu lesen Sie hier:
Wenn die CED am Knochen nagt


Psychocheck
CED führen bei vielen Betroffenen zu Depressionen. Unglücklicherweise können sie den Verlauf der Erkrankung verschlimmern und beispielsweise einen Schub auslösen. Darunter leiden dann auch wieder die Psyche und die Lebensqualität. CED-Patienten sollten daher mit ihrem Arzt über etwaige Verstimmungen und psychische Probleme sprechen und gemeinsam Maßnahmen ergreifen. Neben Medikamenten gehören dazu auch Entspannungsverfahren sowie Gesprächs- und Verhaltenstherapien.

Augencheck
Bis zu 40 Prozent der CED-Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung zusätzlich Entzündungen an den Augen. Es ist daher ratsam, einmal jährlich einen Augenarzt aufzusuchen. Dies gilt besonders, wenn Patienten Steroide erhalten. Sie haben dann ein erhöhtes Risiko, an einem Grünen Star (Glaukom) zu erkranken. Dabei werden die Netzhaut und der Sehnerv geschädigt. Im schlimmsten Fall können Betroffenen erblinden.

Blutdruckcheck
Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Es ist also kein Wunder, wenn auch CED-Patienten zu hohe Werte aufweisen. Sie haben aber dann ein zusätzliches Risiko, wenn sie Steroide oder Cyclosporin A erhalten, und sollten den Blutdruck messen lassen. In der Regel stellen sich die Ausgangswerte aber wieder ein, sobald die Medikamente abgesetzt sind.

Mit diesen Checks decken Sie als CED-Patient oder -Patientin zusätzliche Gesundheitsrisiken durch den Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa gut ab. Am besten, Sie sprechen Ihren Hausarzt oder Gastroenterologen gleich im neuen Jahr darauf an – Ihrer Gesundheit zuliebe.

Quelle:
Moscandrew et al. General Health Maintenance in IBD. Inflamm Bowel Dis 2009; 15(9): 1399-1408

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Blutuntersuchungen gehören zur Routine bei CED.
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