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Medizinischer Expertenservice
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Extraintestinale Manifestationen: die Haut
26.01.10 - Die Haut, so sagt man, sei ein Spiegel der Seele. Manchmal ist es aber nicht die Seele, die sich dort spiegelt, sondern eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Denn rund zehn Prozent der Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa entwickeln im Krankheitsverlauf so genannte extraintestinale Manifestationen der Haut.
Unter extraintestinalen Manifestationen (lat.: etwa Sichtbarwerden) von CED verstehen Ärzte entzündliche Erkrankungen außerhalb des Verdauungstrakts, die mit der CED vermutlich einen ursächlichen Zusammenhang aufweisen. Soll heißen: Was im Darm Schaden anrichtet, kann das auch in anderen Gewebe und Organen. Extraintestinale Manifestationen können an den Gelenken, an der Leber und den Gallenwegen, an der Bauchspeicheldrüse und den Augen sowie an der Haut auftreten. Dort muss jeder zehnte Patient irgendwann einmal mit Erkrankungen rechnen. Am häufigsten sind:
Weitere Hauterscheinungen, die unter CED-Patienten gehäuft auftreten, sind beispielsweise entzündliche Bläschen (Aphthen) an der Mundschleimhaut. Therapie je nach Erkrankung Da das Auftreten von Aphthen der Mundschleimhaut und eines Erythema nodosums von der Aktivität der CED abhängt, werden die Hauterkrankungen praktisch mit der CED mitbehandelt. Eine gesonderte Therapie ist meist nicht notwendig. Das Erythema nodosum heilt dann üblicherweise innerhalb von drei bis sechs Wochen ohne Narbenbildung ab. Dennoch ist alles hilfreich, was die entzündlichen Symptome lindert, zum Beispiel auch kortisonfreie nichtsteroidale Antirheumatika. Anders ist die Situation beim Pyoderma gangraenosum. Es kann unabhängig von der CED über Wochen bestehen und bedarf dann einer eigenen Behandlung. Sie erfolgt mit systemischen Steroiden, darüber hinaus sollte eine Therapie mit Azathioprin begonnen werden. Wenn dies nicht hilft, kommen TNF-alpha-Antikörper, Cyclosporin und Tacrolimus in Frage. Wichtig für Patienten: Die meisten extraintestinalen Manifestationen werden von den behandelnden Gastroenterologen sicher erkannt und behandelt. Eine Überweisung zu einem dermatologischen Facharzt ist nicht nötig. Quellen: Hoffmann, Kroesen, Klump. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, 2. 2. Auflage, Thieme-Verlag 2009. Yüksel et al. Inflamm Bowel Dis 2009 ; 15 : 546-550. Hoffmann et al. Z Gastroenterol 2008; 46:1094–1146 |
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