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CED-Websites unter der Lupe
25.02.10 - Mehr als die Hälfte aller Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa informiert sich über ihre Erkrankungen im Internet. Die Betroffenen hoffen, dort Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die sich vor allem nach der Diagnose stellen. Websites zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gibt es in der Tat viele – aber taugen sie auch was?
Für die meisten Surfer führt der Weg zur Information über eine Suchmaschine. Sie tippen Begriffe ein, zu denen sie sich Inhalte wünschen, und erhalten eine Ergebnisliste, die oft Tausende von Bildschirmseiten umfasst. Als wirklich wichtig wird aber offenbar nur die erste Seite erachtet: Lediglich 38 Prozent der Surfer klicken auch auf die zweite Seite, und nur 10 Prozent schauen sich die Verweise jenseits der dritten Seite an. Dieses Verhalten ist verständlich, schließlich suggerieren die Suchmaschinenbetreiber, dass sie die Rangliste anhand von Relevanzkriterien erstellen. Letztere haben aber in der Regel mit dem Aufbau der Website und dem Vorkommen der Schlüsselwörter zu tun. Eine gute inhaltliche Qualität garantieren sie nicht. Krasse Qualitätsunterschiede Dies mussten auch niederländische Forscher festellen, die vor kurzem Websites zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen analysierten. Für ihre Studie wählten sie 76 englischsprachige Sites aus und unterteilten sie nach der Herausgeberschaft in folgende Gruppen:
Hinsichtlich der Qualität hätte das Notenspektrum nicht größer sein können – es reichte von ausgezeichnet bis sehr schlecht (siehe Grafik rechts): Unterschiede ließen sich beispielsweise beim Umfang der Inhalte festmachen. Die Forscher bemängelten vor allem,
Insgesamt schnitten bezüglich der Qualität die Sites von gemeinnützigen Organisationen am besten ab (z.B. www.ccfa.org). Das Schlusslicht bildeten Sites von Herausgebern aus dem Kreis der Alternativmedizin. Dort fanden sich auch die meisten Ungenauigkeiten. Was schließlich die Lesbarkeit anbelangt, so war das Bild homogener. Lediglich 4 Prozent der Websites konnten als gut verständlich eingestuft werden. Auch in dieser Disziplin schnitten jene von gemeinnützigen Organisationen am besten ab. Platzierung ist nicht alles Vor diesem Hintergrund ist ein weiteres Ergebnis der Studie umso bedauerlicher. Es zeigte sich nämlich, dass die Suchmaschinenplatzierung der Sites keine Beziehung zu deren Qualität aufwies. Was weit vorne platziert ist, muss also noch lange nicht gut sein, was weiter hinten steht, nicht schlecht. Wer die Suche schon nach Durchsicht der ersten Ergebnisseite abbricht, muss daher damit rechnen, gute Sites schlicht zu übersehen. Quellen van der Marel et al. Quality of Web-based Information on Inflammatory Bowel Diseases. Inflamm Bowel Dis 2009; 1891-1896 iProspect Search Engine User Behaviour Study. April 2006 Kommentar
Die holländischen Forscher um van der Marel haben in ihrer Studie herausgefunden, dass die Qualität von CED-Websites stark variiert. Das ist nicht besonders aufregend, alles andere wäre eine echte Überraschung gewesen. Dennoch lassen sich aus den Studieergebnissen einige Botschaften herauslesen. So kann es für Surfer durchaus sinnvoll sein, auch mal auf die vierte, fünfte oder xte Ergebnisseite einer Suchmaschine zu klicken. Darüber hinaus muss die Suche nicht immer über Google erfolgen. Die Studienautoren stellten nämlich auch fest, dass Google und Yahoo bei ein- und denselben Anfragen durchaus unterschiedliche Ergebnisse lieferten. Auch die Herausgeberschaft eignet sich nicht per se als Qualitätskriterium. Während Websites von öffentlichen Einrichtungen oft als Informationsquellen erster Wahl empfohlen werden, erzielten sie in der Studie insgesamt lediglich eine ‚zufriedenstellende’ Qualität. Umgekehrt gelten die Inhalte von kommerziell orientierten Herausgebern oft als interessengetrieben. Einige Websites aus dieser Gruppe boten aber durchaus gute Informationen. Gute Websites sind also vorhanden, aber wie trennt man sie von den schlechten? Hier kann das Werkzeug helfen, das auch die Studienautoren verwendeten. Der DISCERN-Fragenkatalog ist für jedermann zugänglich und vergleichsweise einfach anzuwenden. Patienten können damit sehr schnell beurteilen, ob eine Publikation verlässlich ist oder eher nicht – und dann gegebenenfalls mit ihrem Arzt sprechen. Denn auch das ist klar: Den Arztbesuch kann eine Website niemals ersetzen. Schließlich haben auch wir als Herausgeber und Redaktion eine Botschaft mitgenommen. So prüften die Autoren, ob Websites die Lebensqualität von CED-Patienten thematisierten. Bei vielen war dies nicht der Fall, bei unserer war es bereits 2005 der Anlass, die Website zu konzipieren. Wir glauben daher, dass diese Studie unseren bisherigen redaktionellen Kurs bestätigt. Letztlich sind es aber Sie, die mit unserem Angebot zufrieden sein sollten. Wir freuen uns daher über jeden Kommentar oder Themenvorschlag, der uns hilft, unsere Redaktion weiter an Ihren Bedürfnissen auszurichten. Herausgeber und Redaktion |
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Qualitätsbewertung von CED-Sites nach DISCERN
Ein Viertel der Angebote ist schlecht oder sehr schlecht, knapp die Hälfte gut oder ausgezeichnet. DISCERN Der DISCERN-Fragenkatalog hilft, die Qualität medizinischer Informationen zu beurteilen. Dies geschieht anhand von 15 Kriterien, deren Zutreffen vom Nutzer bepunktet wird. Die Punktsumme erlaubt schließlich die Qualitätsbewertung der Information. www.discern.de www.discern.org.uk Die Top 5 der englischsprachigen CED-Websites In der Studie von van der Marel et al. wurde anhand des DISCERN-Fragebogens folgende Qualitätsrangliste ermittelt: www.webmd.com www.answers.com www.aafp.org www.ccfa.org en.wikipedia.org www.ehealthmd.com |
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