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Disziplin, die sich auszahlt
24.04.06 - Bei Patienten mit Colitis ulcerosa reduziert die Langzeittherapie mit Mesalazin das Risiko für das Wiederauftreten eines Schubes und für Dickdarmkrebs. Aber nur die Medikamente, die verwendet werden, können auch wirken.

Als dänische Forscher in Studien aus den 1990er Jahren beobachteten, dass ein Dickdarmkrebs bei Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) nicht häufiger als bei Studienteilnehmern ohne CU aufgetreten war, schien dies den klinischen Erfahrungen zu widersprechen. Denn der Dickdarmkrebs gilt als eine der schwerwiegendsten Folgeerscheinungen einer CU. Etwa acht bis zehn Jahre nach der Diagnose haben Betroffene gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für die Tumorerkrankung. Die dänischen Studienautoren suchten daher nach einem Einfluss, der das erhöhte Risiko von CU-Patienten normalisiert haben könnte. Schließlich tippten sie auf Mesalazin, das jene CU-Patienten routinemäßig erhalten hatten.

Schon seit längerem gibt es Hinweise, dass antientzündliche Wirkstoffe wie beispielsweise Azetylsalizylsäure (z.B. Aspirin®) dem Dickdarmkrebs vorbeugen können. Allerdings ist etwa Azetylsalizylsäure nicht gerade geeignet, um über längere Zeit eingenommen zu werden. Denn der Wirkstoff und etliche seiner Verwandten – die so genannten nicht steroidalen Antirheumatika – führen relativ häufig zu Blutungen im Verdauungstrakt. Unter Mesalazin ist nicht nur dieses Risiko erheblich geringer, es kann auch das Risiko, an einem Dickdarmkrebs zu erkranken, tatsächlich reduzieren.

In einer Studie (Eaden et al. 2000) wurde die Krankengeschichte von 102 Patienten mit CU und Dickdarmkrebs rückblickend mit der von CU-Patienten verglichen, die keinen Dickdarmkrebs entwickelt hatten. Dabei zeigte sich, dass von allen Behandlungsmaßnahmen allein Mesalazin das Krebsrisiko signifikant reduzierte. Bei Patienten, die den Wirkstoff eingenommen hatten, war es um 81 Prozent geringer, als bei Patienten, die ihn nicht eingenommen hatten.

Nun bekommen CU-Patienten in der beschwerdenfreien Zeit (Remission) in der Regel ohnehin Mesalazin verordnet, weil der Wirkstoff das Auftreten eines neuen Schubes verhindern kann. So zeigt eine Studie von Kane et al. (2003), dass neun von zehn Colitis-Patienten in Remission über zwei Jahre auch in dieser Remission bleiben, wenn sie ihr Mesalazin einnehmen. Von denen, die das nicht tun, bleiben nur vier von zehn vor einem neuerlichen Schub verschont. Und eine weitere Erkenntnis aus der Studie lässt aufmerken: Von allen Patienten, die einen neuerlichen Schub erlitten hatten, hatten 82 Prozent ihr Mesalazin nicht wie verordnet eingenommen.

CU-Patienten können mit einer Mesalazin-Langzeittherapie daher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie verhindern mit hoher Wahrscheinlichkeit das Auftreten eines neues Schubes und können gleichzeitig ihr Risiko, an einem Dickdarmkrebs zu erkranken, effektiv mindern.

Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselstörungen sehen vor, dass die tägliche Dosis Mesalazin bei Tabletten mindestens 1,5 Gramm betragen sollte - das heißt, mindestens dreimal täglich Pillen einzuwerfen und das kann schon lästig werden. Dementsprechend halten sich viele Patienten nicht an das verordnete Schema. Mittlerweile steht Mesalazin jedoch in vielfältigen Darreichungsformen zur Verfügung, sodass Patienten auch andere Dosierungsschemata wählen können (siehe Randspalte). So oder so ist ein bisschen Disziplin gefragt – aber sie lohnt sich.

Quellen:
Eaden et al. Aliment Pharmacol Ther 2000
Eaden J. Aliment Pharmacol Ther 2003
Kane et al. The American Journal of Medicine 2003

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82 Prozent aller Colitis ulcerosa Rezidive ereignen sich bei Patienten, die ihr Mesalazin nicht wie verordnet eingenommen oder angewandt haben. 



Mesalazin in der Langzeittherapie der Colitis ulcerosa
Orale Darreichungsformen mindestens 1,5 g täglich, rektale Formen 1 g täglich oder 2 g (als Rektalschaum) bzw. 4 g (als Klysma) alle drei Tage oder an den ersten sieben Tagen eines Monats).
Quelle: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselstörungen

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch die beiden Patienten- Broschüren zur Langzeitbehandlung mit Mesalazin und zu Mesalazin-Darreichungsformen, die Sie hier kostenlos bestellen können.
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