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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail. Weiter... |
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Belebendes Metall
Wenn Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa unter einer Blutarmut leiden, steckt nicht selten ein Eisenmangel dahinter. Die beste Vorbeugung ist der Erhalt der beschwerdenfreien Phase.
Eisen ist für uns Menschen ein lebenswichtiges Spurenelement. Im Organismus ist es an verschiedene Eiweiße gebunden und hat so unterschiedliche Aufgaben. Als Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin transportiert es Sauerstoff zu sämtlichen Zellen, im Myoglobin speichert es den Sauerstoff für die Arbeit der Muskeln. Darüber hinaus können zahlreiche Enzyme nur mit Eisen zusammen ihre Funktionen im Stoffwechsel erfüllen. Zwar benötigen wir insgesamt nur sehr geringe Mengen des Metalls („Spuren“), die einzige Quelle ist aber die Nahrung, aus der das Eisen vorwiegend in den oberen Dünndarmabschnitten aufgenommen wird. Da stellt sich die Frage, welche Auswirkungen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) auf die Versorgung mit Eisen haben. Wir sprachen mit Dr. Oliver Schröder von der Universitätsklinik in Frankfurt. Der Arzt ist an der Klinik für Gastroenterologie tätig und betreut schwerpunktmäßig Patienten mit CED. Interview Welche Rolle spielt der Eisenmangel bei Patienten mit CED? Schröder: Eine sehr große. Je nach Studie sind 20 bis 70 Prozent der CED-Patienten betroffen. Wodurch entsteht dieser Mangel? Schröder: Zum einen kann ein entzündeter Dünndarm das Eisen nur schlecht aus dem Nahrungsbrei aufnehmen. Darüber hinaus verliert der Organismus bei blutigen Durchfällen viel Eisen. Und schließlich trägt die Entzündung auch auf systemischer Ebene dazu bei, dass dem Organismus weniger Eisen zur Verfügung steht. Wie macht sich ein Eisenmangel bemerkbar? Schröder: Solange er nur geringfügig ist, merken die Patienten in der Regel nichts davon. Bei stärkeren Mangelzuständen hat der Organismus jedoch nicht mehr ausreichend Eisen zur Verfügung, um Hämoglobin, den Farbstoff der roten Blutkörperchen zu bilden. Man spricht dann von einer Blutarmut oder Anämie. Betroffene leiden unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche und Atemnot, sodass die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt ist. Was können Ärzte und Patienten gegen den Eisenmangel tun? Schröder: Das Wichtigste ist, eine beschwerdenfreie Krankheitsphase einzuleiten, beziehungsweise diese so genannte Remissionsphase zu erhalten und einem neuerlichen Schub vorzubeugen. Für Patienten heißt das, sich an das Therapieschema zu halten und Medikamente wie vom Arzt verordnet einzunehmen. Wir Mediziner sprechen von Compliance. Darüber hinaus raten wir den Patienten, sich möglichst vielseitig zu ernähren und auch mal Fleisch zu essen. Was machen Sie, wenn es aber doch zu einem Eisenmangel kommt? Schröder: Dann besteht die Möglichkeit, Eisen zu substituieren, also zusätzlich zur Nahrung zu verabreichen. Wir empfehlen diesen Schritt aber erst, wenn die Hämoglobin-Konzentration unter die Normalwerte abgesunken ist. Wie erfolgt die Substitution? Schröder: Wir raten den Patienten in der Regel zu einer intravenösen Therapie. Die oralen Darreichungsformen werden von rund jedem Zweiten nicht vertragen. Es kommt dann zu Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit oder Erbrechen. Darüber hinaus gibt es Hinweise aus tierexperimentellen Studien, wonach oral verabreichtes Eisen die entzündliche Aktivität bei CED unterhalten oder auslösen kann. Unter den intravenösen Darreichungsformen bevorzugen wir jene, bei denen das Eisen an Saccharose gebunden ist. Anders als Dextranverbindungen lösen sie praktisch keine allergischen Reaktionen aus. Eine intravenöse Therapie lässt sich sehr flexibel an die individuelle Situation anpassen. In der Regel kann das Eisendefizit innerhalb von ein bis zwei Wochen ausgeglichen werden. |
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Dr. Oliver Schröder, Frankfurt
"Wir raten den Patienten, sich möglichst vielseitig zu ernähren und auch mal Fleisch zu essen." Eisen ist nicht gleich Eisen Eisen liegt in verschiedenen Nahrungsmitteln in unterschiedlicher Form vor. Am besten kann der Organismus das Spurenelement aus Fleisch, Leber, Fisch und Geflügel aufnehmen. Zudem ist in diesen Nahrungsmitteln der Gehalt relativ hoch. Eisen aus pflanzlichen Quellen wird dagegen meist vergleichsweise schlecht resorbiert. Vegetarier müssen trotzdem nicht verzweifeln, da sie die Resorption durch gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C oder eiweißreichen Lebensmitteln (z.B. Hülsenfrüchte) verbessern können. |
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