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Mehr als nur ein "flotter Otto"
Anastacia hat ihn quasi ins Rampenlicht gebracht, ansonsten wäre es um seine Bekanntheit sicherlich schlechter bestellt. Die Rede ist vom Morbus Crohn, einer Erkrankung des Verdauungstrakts, die bei der Pop-Sängerin im Teenager-Alter festgestellt wurde. Betroffene leiden vor allem an Bauchschmerzen, Durchfall, sie fiebern und fühlen sich schlapp. Aber der Morbus Crohn ist mehr als nur ein "flotter Otto" mit ein paar zusätzlichen Beschwerden, sondern eine kontinuierliche oder schubweise auftretende Entzündung des Verdauungstrakts. Fachleute sprechen von einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED).

Ähnliche Symptome treten auch bei der Colitis ulcerosa auf. Sie zählt ebenfalls zu den CED und unterscheidet sich vom Morbus Crohn in erster Linie über die Ausdehnung und die Art der Entzündung und wird auch etwas anders behandelt.

Von Arzt zu Arzt
Da die Beschwerden mal stärker, mal schwächer sind und dann wieder verschwinden, ergibt sich ein verwirrendes Bild, das den Hausarzt nicht sofort an eine CED denken lässt. Für die Betroffenen beginnt dann eine Zeit häufiger Arztbesuche und Untersuchungen. Und so kommt es, dass zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose manchmal Jahre liegen.

Randale in der Darmwand
Was die Erkrankung hervorruft, ist bis heute nicht bekannt. Mediziner vermuten, dass zwei zumindest teilweise genetisch bedingte Besonderheiten auf fatale Weise ineinandergreifen:
  • Zum einen soll bei Patienten die natürliche Barrierefunktion des Darmes gegenüber Bakterien und anderen körperfremden Eiweißen gestört sein. Die Folge: Bakterien und Eiweiße dringen in die Darmwand ein und lösen eine Abwehrreaktion aus. Es kommt zu einer Entzündung.
  • Zum zweiten wird angenommen, dass diese Abwehrreaktion aus dem Ruder läuft. Sie lässt sich von den körpereigenen Regulationsmechanismen nicht mehr stoppen und die Entzündung wird chronisch.

Finger weg von der Zigarette
Tatsächlich scheinen an der Krankheitsentstehung Gene beteiligt zu sein, die die Abwehrreaktion im Verdauungstrakt steuern. Aber die Erbanlagen allein machen noch keinen Crohn und keine Colitis. Dazu müssen noch Einflüsse aus der Umwelt hinzukommen. Als belegt gilt bislang nur ein negativer Effekt des Rauchens. Die Ernährung scheint bei der Krankheitsentstehung keine Rolle zu spielen und auch die Psyche ist nach heutiger Lehrmeinung nicht für den Ausbruch verantwortlich.





Der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa sind die häufigsten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr, aber auch ältere Personen sind nicht gefeit. Insgesamt gibt es derzeit schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa in Deutschland.
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