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Medizinischer Expertenservice
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Im Schub den Darm entlasten
In der Vergangenheit wurde immer wieder versucht, bestimmte Lebensmittel für den Ausbruch einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) verantwortlich zu machen. Zu den so beschuldigten zählten beispielsweise raffinierte Zucker. Allerdings konnte nie der Beleg erbracht werden, dass bestimmte Ernährungsgewohnheiten tatsächlich die CED auslösen. Es gibt daher auch keine allgemein gültige CED-Diät. Betroffene und Therapeuten sollten die Ernährung dennoch in das Behandlungskonzept einbeziehen, um im Schub den Darm zu entlasten, Ernährungsmängel auszugleichen und ein normales Körpergewicht zu erreichen.

Akute Schübe
Während eines akuten Morbus-Crohn-Schubs kann eine „künstliche Ernährung“ die Entzündung eindämmen und eine Remission einleiten. Bei der Colitis ulcerosa ist dieser Einfluss nicht belegt, dennoch ist eine künstliche Ernährung sinnvoll, beispielsweise um Ernährungsdefizite zu vermeiden.

Die "künstliche Ernährung" enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe, wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße, Vitamine und Mineralien in einer "vorverdauten" Form. Sie werden entweder über den Verdauungstrakt (enteral) oder direkt über die Blutbahn (parenteral) in den Organismus eingeschleust. Folgende Formen der "künstlichen Ernährung" sind üblich:

Enterale Ernährung
TrinknahrungenTrinknahrungen sind kein vollwertiger Nahrungsersatz, sondern werden zusätzlich zur normalen Nahrung eingenommen, beispielsweise um einen Mangel an Kohlenhydraten oder Proteinen auszugleichen.
SondennahrungenSondennahrungen decken den kompletten Bedarf des Körpers an Nährstoffen, die sie in einer exakt definierten und standardisieren Menge und Form enthalten (balanzierte Diät). Die Zufuhr erfolgt über einen dünnen Schlauch (Sonde) durch die Nase, den Rachen und die Speiseröhre, direkt in den Dünndarm.
Parenterale Ernährung
Venenkatheter, PortsystemeEine Infusionslösung mit Nährstoffen wird über eine Vene direkt in die Blutbahn eingeleitet.

Die künstliche Ernährung ist auch außerhalb eines Schubs sinnvoll, zum Beispiel bei sehr schlechtem Ernährungszustand, Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern oder bei Darmverengungen.

Beschwerdenfreie Phasen (Remission)
Es gibt keine Belege dafür, dass ein bestimmtes Ernährungsverhalten die beschwerdenfreien Phasen verlängert. Allerdings kann diese Zeit genutzt werden, um individuelle Unverträglichkeiten zu testen und aus dem Speisenplan auszuschließen. Aus den verbleibenden, vermutlich verträglichen Nahrungsmitteln, kann dann ein bedarfsdeckender Speisenplan erstellt werden.



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