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Esst doch was Ihr wollt!
Entwarnung für alle Schlemmermäuler unter den CED-Patienten. „Heute ist klar, dass chronisch entzündliche Darmerkrankungen nicht auf bestimmte Nahrungsmittel oder Essgewohnheiten zurückzuführen sind“, bestätigt Professor Dr. Jürgen Stein. Grundsätzlich, so der Gastroenterologe von der Uni Frankfurt, könne man den Patienten daher erlauben, zu essen was sie wollen – wären da nicht doch ein paar Besonderheiten.

Laktoseintoleranz - nicht so häufig wie behauptet
Bei diesen Besonderheiten handelt es sich vor allem um Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die bei CED-Patienten tatsächlich öfter vorkommen als in der Allgemeinbevölkerung. Welche das sind? Nun, das muss der einzelne Patient selber herausfinden. „Entgegen einer weitläufigen Meinung ist es aber nicht die Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker, die so genannte Laktoseintoleranz“, stellt Stein klar. „Patienten in der beschwerdenfreien Phase sollten daher keinesfalls pauschal auf Milch und Milchprodukte verzichten. Sie sind unsere Hauptquelle für Kalzium und werden für einen gesunden Knochenstoffwechsel dringend gebraucht.“

Anders ist die Situation dagegen in der aktiven Phase eines Morbus Crohn. Auf Grund der Entzündung werden Nährstoffe im Dünndarm nur sehr schlecht verdaut und resorbiert, wovon vor allem der Milchzucker betroffen ist. Um die Symptomatik nicht noch durch Blähungen zu verstärken, sollte man in diesem Stadium daher auf Milchprodukte verzichten und stattdessen zu Kalzium- (und Vitamin D-) Tabletten greifen. Weitere Kandidaten für eine derartige Supplementation sind Stein zufolge Zink, Folsäure und Vitamin B12.

Und noch eine Einschränkung zum Schlemmer-Freibrief liefert Stein: „Wenn Patienten mit einem Morbus Crohn unter Darmverengungen leiden, sollte man sich eher ballaststoffarm ernähren.“ Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile verstopfen sonst die Engstellen, wodurch es zu Krämpfen, im schlimmsten Fall zum Darmverschluss kommen kann.

Einmal Halsgrat vom Grill und ein Bier
Geht diese Bestellung auch für CED-Patienten in Ordnung? „Durchaus“, sagt Stein. Eine Studie aus dem vergangenen Jahr kam zwar zu dem Schluss, dass das Risiko für einen Colitis-Schub nach regelmäßigem Verzehr von rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) und Alkohol erhöht sein könnte. Allerdings, so Stein, sei das Ergebnis mit so vielen Einschränkungen verbunden gewesen, dass man daraus keine Regel ableiten könne.

„Tunlichst meiden sollte man dagegen Capsaicin-haltige Gewürze wie Chilischoten und ‚harte’ Alkoholgetränke“, empfiehlt Stein. Was höllisch auf der Zunge brennt, tut nämlich auch der angegriffenen Darmschleimhaut nicht gut. Milder Curry statt Cayenne und Bier statt Bacardi lautet daher die Devise, und die ganz vorsichtigen können sich anstelle eines Steaks einen Hühnerschenkel in Alufolie auf den Grill legen.



Italienischer Hartkäse

Kalziumbombe
Hartkäsesorten wie der Parmesan sind nicht nur eine Gaumenfreude, sondern enthalten auch reichlich Kalzium. Das Mineral ist für den Knochenaufbau unerlässlich und daher für CED-Patienten besonders wichtig.



Ernährung als Therapie
Bei schweren Schüben und ausgeprägten Mangelzuständen kann eine künstliche Ernährung sinnvoll sein. Mehr dazu lesen Sie hier.
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