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Medizinischer Expertenservice
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Sport und CED – wo sind die Grenzen?
01.07.05 - Professor Dr. Wolfgang Fischbach ist Chefarzt der Gastroenterologie am Klinikum Aschaffenburg. Als begeisterter Sportler und CED-Spezialist beschäftigt er sich schon länger mit der Wirkung des Sports auf den Verlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Wir sprachen mit ihm über die Grenzen sportlicher Betätigung bei CED-Patienten.

Herr Professor Fischbach, inwiefern könnten Patienten profitieren, wenn sie Sport treiben?

Fischbach: Wir nehmen an, dass Sport prinzipiell den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst, also die Entzündungsaktivität reduziert und die beschwerdenfreie Phase verlängert. Darüber hinaus rechnen wir damit, dass Betroffene wieder mehr Freude am Leben empfinden, selbstbewusster und leistungsfähiger werden. In einer aktuellen Studie wollen wir dies für den Morbus Crohn auch belegen.

Wo sind sportlich gesehen die Grenzen für einen CED-Patienten?

Fischbach: Wie bei der Allgemeinbevölkerung auch, gibt es keine definierten Leistungsgrenzen. Wir kennen CED-Patienten, die Leistungssport betreiben und beispielsweise sogar Marathon laufen. Allerdings muss die individuelle Situation berücksichtigt werden. Patienten, bei denen eine Operation absehbar ist oder die begleitend Gelenkerkrankungen haben, sollten zurückhaltend sein.

Gibt es ungeeignete Sportarten?

Fischbach: In besonderen Situationen, ja. Zum Beispiel sollten Patienten nach Operationen im Bauchraum Sportarten meiden, die die Bauchmuskulatur stark beanspruchen. Es könnte sonst zu einem Narbenbruch kommen. Darüber hinaus muss man bei Patienten, die bereits lange erkrankt sind, die immer wieder Glukokortikoide benötigen oder eine Dünndarmoperation hinter sich haben, mit einer Abnahme der Knochendichte rechnen. Je nach Ausmaß spricht man von einer Osteopenie oder einer Osteoporose. Das Skelett ist dann nicht mehr so belastbar, und die Knochen brechen leichter als bei der Allgemeinbevölkerung. Sportarten, die das Skelett stark belasten, sind dann ungeeignet, etwa Fußball, Trampolinspringen oder Gewichtheben.

Gibt es besondere Warnzeichen während des Sports, die auf eine Überlastung hinweisen?

Fischbach: Wir raten unseren Patienten auf ihren Körper zu achten. Die meisten haben durch die Erkrankung eine sehr gute Körperwahrnehmung und bemerken selbst sehr genau, wann es Zeit ist, sich etwas zurückzunehmen.

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Professor Dr. Wolfgang Fischbach

Professor Dr. Wolfgang Fischbach, Aschaffenburg
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