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Naturspaß pur: Schneeschuhwandern
28.01.08 - Auf leisen Sohlen durch eine verschneite Winterwunderwelt – Schneeschuhwandern ist in. Der Trendsport eignet sich, Frischluftmuffeln die kalte Jahreszeit schmackhaft zu machen. Gut für CED-Patienten: Bewegung unter der Wintersonne hebt die Stimmung und fördert die körpereigene Vitamin-D-Produktion.

Schneeschuhe versprechen Naturspaß pur. Die flächigen Gebilde unter den Füßen verteilen das Gewicht des Trägers so, dass dieser im Tiefschnee nicht einsinkt. Abseits von Piste oder Loipe können völlig unberührte Schneeregionen erwandert werden.

Wer laufen kann, kann auch Schneeschuhwandern

Schon Gletschermann Ötzi soll an seinen Füßen schneetaugliche Treter getragen haben. Bis auf die großen Sohlen hatte das Steinzeitschuhwerk allerdings nicht viel gemein mit den High-Tech-Sportgeräten der Neuzeit. Die modernen „Bärentatzen“ sind ultraleicht und komfortabel zu bedienen.

Ebenso einfach ist laut Aussage von Experten die Fortbewegungsart: „Wer laufen kann, kann auch Schneeschuhwandern“. Dadurch eignet sich der Wintersport für ungeübte Personen, Kinder oder ältere Menschen. Tourdauer und Schwierigkeitsgrad lassen sich jederzeit an die individuelle Kondition anpassen – ein Vorteil, vor allem für CED-Patienten.

Denn die können durch sportliche Aktivitäten durchaus ihr Wohlbefinden verbessern. Experten wie der Gastroenterologe Prof. Dr. Fischbach, vom Klinikum Aschaffenburg gehen davon aus, dass Sport den Krankheitsverlauf günstig beeinflusst und die beschwerdenfreien Phasen verlängert. Dies konnte sogar schon in Studien nachgewiesen werden.

Ein weiterer positiver Effekt ergibt sich aus dem Aufenthalt an der Sonne. Denn die fördert die Bildung von Vitamin D in der Haut und erhöht dadurch die Kalziumaufnahme in den Knochen. Das ist wichtig, da bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa die Knochenfestigkeit gefährdet ist. So kann es bei Ernähungsmängeln oder unter langdauernder Kortisontherapie zu einer Osteoporose, dem Knochenschwund, kommen.

Viel Spaß ab 150 Euro

Zum Schneeschuhschnuppern bieten sich geführte Touren an. Veranstalter sind zum Beispiel Skischulen, Alpinvereine oder Fremdenverkehrsämter. Eine Leihausrüstung ist oft bereits im Preis inbegriffen. Wer sich ohne kundigen Führer ins Gelände begibt, sollte vorher beim Lawinenwarndienst Auskünfte über die aktuelle Gefährdung in dem Gebiet einholen. Zusätzlich gehören dann ein Verschüttetensuchgerät, eine Lawinenschaufel und eine Sonde mit ins Marschgepäck.

Der Kaufpreis für Schneeschuhe und Skistöcke mit breiten Schneetellern beginnt bei ca. 150 Euro. Angeboten werden Modelle mit Alu-, Holz- oder Kunststoffrahmen. Welcher Schuh der richtige ist, hängt auch vom Einsatzgebiet ab.

Für Anfänger gilt die Faustregel: „So groß wie möglich“ (dem Gewicht des Trägers angemessen), und „so klein wie nötig“, damit der Wanderer nicht bei jedem Schritt auf seine eigenen Schneeschuhe steigt. Es empfiehlt sich, die etwas breitbeinige Gehtechnik erstmal im Trockenen zu trainieren.

In den Rucksack gehören Landkarte, Kompass, Mobiltelefon, Erste-Hilfe-Utensilien und Sonnenschutz. Die Kleidung im Zwiebellook sollte atmungsaktiv sein. Als Schuhe eignen sich knöchelhohe, wasserdichte Wanderstiefel. Diese werden einfach in die Bindung der Schneeschuhe gestellt. Gamaschen schützen vor nassen Hosenbeinen. Eine Thermoskanne mit heißem Tee weckt die Lebensgeister. Natürlich spricht auch nichts gegen einen „Einkehrschritt“ in einen Gasthof.

Extra-Touren

Die Alpenländer haben sich in den letzten Jahren zu wahren Schneeschuhparadiesen entwickelt. So führen quer durch die Schweiz GPS-erfasste „Global Trails“. Je nach Schwierigkeitsgrad sind diese blau, rot oder schwarz beschildert. Auch in Deutschland entdecken immer mehr Mittelgebirgs- und Gebirgsregionen die Trendsportart. Im Buchhandel sind zahlreiche Titel mit Tourentipps erhältlich.

Das gewisse Extra ist möglich: Einsteigertour mit Weißwurstessen, Fackelnacht, Aufstieg mit abschließender Rodelpartie, Schneeschuhwettlaufen, Hüttenübernachtung, Husky-Begleitung – der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

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