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„Wie Hasenköttel auf dem Deich!“
24.05.07 - Auf Grund einer jahrelangen, ungeklärten Durchfallerkrankung vertraute sich Frank Hofmann der Tibetischen Medizin an
Endlose Arztbesuche, wiederholte unangenehme Untersuchungen, keine Diagnose – der heute 56-jährige Frank Hofmann aus Velbert hat alles durchgemacht, was zu einer so genannten Patientenkarriere zählt. Über Jahre hinweg litt er an heftigen Durchfällen, die nicht zu stoppen waren. „Am Tiefpunkt hatte ich von einst 85 Kilogramm auf 60 Kilogramm abgenommen“, erinnert er sich. Und das bei einer Körpergröße von 183 Zentimetern. Der Tibeter Zu dieser Zeit hatte Frank eigentlich schon überlegt, „alles Notwendige zu regeln“, als seine Frau zufällig eine Sendung von Jürgen Fliege sah. Darin stellte ein tibetischer Arzt die Tibetische Medizin vor und präsentierte Patienten, die damit von ihren Leiden geheilt worden waren. „Wir sahen uns die Sendung nochmal an und beschlossen, Kontakt aufzunehmen“, sagt Frank. In der Sendung war eine zentrale Terminvermittlung genannt worden, bei der Frank und seine Frau anriefen. Allerdings war erst in einem dreiviertel Jahr der nächste Termin frei. ‚Bis dahin brauche ich keine Termine mehr’, dachte Frank bei sich. Er hinterließ jedoch seine Telefonnummer, sodass er bei einer Absage eines anderen Patienten eventuell früher an die Reihe kommen könnte. „Tatsächlich bekam ich auch nach einigen Tagen einen Anruf“, sagt Frank. „Wenn ich wollte, hieß es, könnte ich am nächsten Tag einen Termin in einer Arztpraxis in Bad Homburg haben, wo der Tibeter zweimal im Monat gastierte.“ Drei Pillen, für morgens, mittags, abends In der Praxis untersuchte der Tibeter Frank nach den Regeln der Tibetischen Medizin. Dazu gehören etwa die Pulsdiagnostik und Untersuchungen der Zunge und des Ohres. Die Befunde ergaben schließlich eine Leber- und Gallenstörung. Die Behandlung bestand aus einigen Ernährungsempfehlungen sowie drei Sorten von Pillen. „Die sahen aus wie Hasenköttel auf dem Deich“, erinnert sich Frank. „Die einen schmeckten nach Erde, die anderen waren scharf und die dritten schlicht widerlich. Aber in so einer Situation ist einem das ja egal.“ Tatsächlich bemerkte Frank nach drei Wochen, dass es ihm allmählich besser ging. „Ich musste nicht mehr 20 Mal pro Tag zur Toilette und konnte meinen Stuhlgang kontrollieren“, sagt er rückblickend. „Nach ein paar weiteren Wochen hatte sich die Stuhlfrequenz so weit reguliert, dass ich nur noch zwei oder dreimal pro Tag zur Toilette musste und mich auch sehr wohl fühlte.“ Mit Mesalazin gegen den Rückfall Nach dieser Behandlung ging es Frank über Jahre hinweg gut, bis die Durchfälle erneut aufflackerten – „stressbedingt“, wie er heute vermutet. Er versuchte, in der Homburger Arztpraxis wieder einen Termin bei dem Tibeter zu bekommen, was sich jedoch als aussichtslos erwies. „Aus dieser Not heraus nahm ich schließlich Mesalazin-Tabletten, die ich von einer früheren Behandlung her noch zu Hause hatte“, erzählt Frank. Gleichzeitig hielt er strenge Diät nach den Ernährungsempfehlungen des Tibeters und versuchte zur Ruhe zu kommen. Als er merkte, dass es ihm daraufhin besser ging, sprach er auch mit seinem Hausarzt darüber. Der verordnete ihm weiter Mesalazin, bis die Beschwerden wieder abgeklungen waren. „In diesem Fall war es wohl die Mischung aus östlicher und westlicher Medizin, die mich wieder auf die Beine brachte“, mutmaßt Frank. Falls es wieder mal zu einem Rückfall kommen sollte, hat er damit zwei Strategien parat, die sich bei ihm als wirksam erwiesen haben. |
Stichwort: Tibetische Medizin
Die Tibetische Medizin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der auf einer buddhistischen Weltanschauung basiert. Daher spielt auch ein ruhiger, ausgeglichener und friedvoller Geist eine wesentliche Rolle. In der Tibetischen Medizintheorie leitet sich alles Existierende vom Geist und den fünf Elementen (Feuer, Wasser, Erde, Luft und Äther) ab. Im menschlichen Organismus manifestieren sie sich in drei Körpersäften oder Prinzipien. Sind diese Prinzipien im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund, sind sie im Ungleichgewicht, resultieren Störungen und Erkrankungen. Zur Diagnostik werden vor allem der Puls, die Zunge, die Augen, die Ohren und der Urin herangezogen. Zur Therapie gehören praktisch immer Verhaltensempfehlungen, oft auch Ratschläge für die Ernährung. Weiter werden Pulver, Pillen oder Sirupe verabreicht, die aus Heilkräutern, Wurzeln, Edelsteinstäuben oder Tierprodukten hergestellt werden. Auch Akupunktur und Moxibustion werden angewandt. |
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