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Eine Couch in jedem Land
10.08.07 - Es gibt Menschen, die bereisen die ganze Welt, ohne jemals ein Hotelzimmer zu bezahlen. Möglich machen dies weltumspannende Netzwerke, in denen zumeist junge Leute Reisenden einen Schlafplatz in ihrem Zuhause anbieten. Aber die Idee dahinter beinhaltet mehr als nur kostenloses Couch-surfing.

„Als Neuling in der Community hatte ich mir schon ein paar Gedanken darüber gemacht, um was es bei Couch-surfing so geht“, schreibt Frank aus Deutschland über seine Erfahrungen in couchsurfing.com. Und die ersten Besuche scheinen alle Vorstellungen übertroffen zu haben. „Es war wirklich großartig! Fantastische Leute, eine freundliche Atmosphäre, ich fühlte mich vom ersten Moment an zuhause. Und ich erlebte viel mehr, als ich jemals erwartet hätte."

Couch-surfing.com und andere, ähnliche Portale sind in. Sie bringen Reisende, die eine private Unterkunft suchen in Kontakt mit potenziellen Gastgebern. Egal ob Worpswede in Niedersachsen, Petropavlovsk in Kasachstan, Papeete in Französisch-Polynesien oder McMurdo Station in der Antarktis – ein Platz zum Übernachten lässt sich praktisch überall auf der Welt finden. Allerdings geht es für die Anhänger nicht einfach darum, sich irgendwo durchzuschnorren.

Die Mission heißt Gastfreundschaft
Die Idee von internationalen Netzwerken der Gastfreundschaft ist nicht neu. So gründete 1949 eine Gruppe von Studenten die Organisation Servas. Ziel war und ist es, Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenzubringen, Toleranz und interkulturelle Verständigung zu fördern und so einen Beitrag zum Frieden in der Welt zu leisten. Die von den UN anerkannte Nicht-Regierungsorganisation stützt sich auf derzeit 14.000 Servas-Gastgeber in 110 Ländern, die Reisenden eine Unterkunftsmöglichkeit anbieten und ihnen einen Einblick in den eigenen Alltag gewähren.

Diese Geisteshaltung findet sich auch bei neueren Organisationen, wie dem Hospitality-Club oder eben Couch-Surfing. Mit Hilfe ihre Online-Portale haben es diese beiden Netzwerke auf beachtliche Mitgliederzahlen gebracht. So spricht der Hospitality Club von gut 320.000 „friendly members“ in 207 Ländern, Couch-Surfing verweist auf derzeit 280.000 Surfer und 210.000 Couches.

Mal ´ne Couch, mal nur ´nen Kaffee
Wer nun eine Unterkunft oder Kontakte sucht, der findet auf den Websites ein Suchformular, über das er - passend zu den Suchkriterien - eine Liste potenzieller Gastgeber erhält. Die wiederum sind mit Profilen hinterlegt, aus denen man schon mal eine ganze Menge erfährt und prüfen kann, ob die Chemie stimmen wird.
 
So veröffentlichen die Gastgeber dort beispielsweise, ob sie überhaupt eine Unterkunftsmöglichkeit anbieten. Müssen tut keiner, und manche beschränken sich darauf, Gäste auf einen Kaffee oder Drink einzuladen und in der Heimatstadt ein bisschen herumzuführen. Weiter steht im Profil, welche Sprachkenntnisse, Interessen und Lebensphilosophie ein potenzieller Gastgeber hat. Auch eine Liste mit Gästen, denen man Unterkunft gewährte, oder Gastgebern, die man selbst besuchte, ist dort zu finden.

Kaum negative Erfahrungen
Ein ganz wichtiges Thema ist natürlich die Sicherheit. Bei Couch-surfing gibt es dazu neben meist kommentierten Ratings in den Profilen auch eine Art Gütesiegel, die so genannte Verifizierung. Dabei stellt die Organisation beispielsweise sicher, dass von dem jeweiligen Gastgeber ein gültiger Name und eine gültige Wohnadresse vorliegen. Wer sich mal durch eine Reihe von Profilen klickt, wird auch überwiegend „extremely positive“ Ratings finden. Nach Angaben von Couch-surfing beläuft sich der Anteil derjenigen, die unangenehme Erfahrungen gemacht haben, auf 0,2 Prozent.

„Für mich ist Couch-surfing das beste Internet-Projekt, das mir je begegnet ist“, schreibt Vivien aus Deutschland. „Es schafft keine virtuellen Realitäten, die die Menschen alles das vergessen lassen, was das Leben ausmacht – Freundschaften, Kultur, Respekt, Hinausgehen in die Welt und Nachsehen was sie bietet.“

Und um nochmal Frank zu zitieren: "Couch-surfing beginnt, mein Leben zu ändern. Allen, die noch etwas zögerlich sind, kann ich nur raten: Steigt ein, fragt irgendjemand nach einer Couch und macht tolle Erfahrungen!“

Hmmmh, wie viele Leute könnte ich eigentlich auf meiner Couch unterbringen?

Quellen und Links
www.servas.de
www.servas.org
www.hospitalityclub.org/
www.couchsurfing.com
www.stay4free.com

  sehr gut gut geht so schlecht
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Willkommen sein in der Fremde
Wer über Couch-surfing oder andere Hospitality-Netzwerke seine Unterkünfte organisiert, kann auf Gastfreundschaft setzen.
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