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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail. Weiter... |
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Doch eine CED-Diät?
24.09.07 - Histaminarme Lebensmittel können Beschwerden im Verdauungstrakt lindern
Die Frage nach der richtigen Ernährung ist unter CED-Patienten ein Dauerbrenner. Eine spezifische Diät existiert nicht. Zu unterschiedlich sind die Auswirkungen von Nahrungsmitteln bei verschiedenen Patienten. Allerdings scheint es sich dennoch zu lohnen, auf gewisse Eigenschaften der Speisen und Zutaten zu achten – zum Beispiel auf den Gehalt an Histamin. Hohe Histaminkonzentrationen bei CED Histamin ist ein Folgeprodukt des Eiweißbausteins Histidin und hat als Botenstoff vielfältige Aufgaben. Im Verdauungstrakt fördert es beispielsweise die Magensäureproduktion, es regt die Darmbeweglichkeit an und stimuliert die Sekretion von Wasser und Elektrolyten in den Darm. Dies lässt bereist ahnen, was ein Überschuss an Histamin anrichten kann. Tatsächlich gehen krankhaft erhöhte Konzentrationen mit Magengeschwüren, diffusen oder krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfällen einher. Wie Studiendaten zeigen, spielt Histamin auch im Krankheitsgeschehen von CED eine Rolle. So wurden bei Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa vor allem während eines Schubes erhöhte Histaminkonzentrationen im Gewebe beobachtet. Unter der Entzündung schütten Immunzellen den Botenstoff geradezu in Massen aus und zugleich ist sein enzymatischer Abbau durch die Zerstörung der Darmschleimhaut vermindert. Vorsicht vor italienischen Momenten Nun stammt das Histamin im Körper aber nicht nur aus der eigenen Produktion. Auch Nahrungsmittel können die Vorstufe Histidin enthalten. Eine wichtige Rolle bei der Umwandlung in Histamin spielen natürliche Abbauprozesse und Mikroorganismen, die Histidin ebenfalls in Histamin umwandeln können. Histaminhaltig sind daher vor allem jene Lebensmittel, die lange gelagert wurden oder mikrobiologisch verunreinigt sind. So sind verdorbene Fische oder Muscheln wahre Histaminbomben. Darüber hinaus ist auch in jenen Lebensmitteln viel Histamin enthalten, bei denen Mikroorganismen sogar für die notwendige Reifung sorgen. Hierzu zählen etwa lang gelagerte Käsesorten, wie der Parmesan, Chianti und andere Rotweine sowie manche Biere oder Sauerkraut. Und zu schlechter Letzt gibt es auch noch Nahrungsmittel, die zwar selbst kein oder nur wenig Histidin/Histamin enthalten aber die Freisetzung aus den Immunzellen fördern (Histaminliberatoren). Bekannte Beispiele sind Erdbeeren, Zitrusfrüchte oder Schokolade. Vor allem im Schub auf den Histamingehalt achten Daraus nun gleich eine CED-Diät zu stricken, ist sicherlich übertrieben. Experten, wie der Erlanger Gastroenterologe Professor Dr. Martin Raithel empfehlen aber, zumindest im Schub nicht nur auf Medikamente zu setzen, sondern sich auch histaminarm zu ernähren. Darüber hinaus können auch jene Patienten profitieren, die auf erhöhte Histaminkonzentrationen per se mit Unverträglichkeiten reagieren (so genannte Histaminintoleranz). Die Empfehlung lautet daher, nur solche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, deren Histamingehalt niedrig ist und die die Freisetzung von körpereigenem Histamin nicht stimulieren. Die nachstehende Übersicht gibt dazu einen Anhaltspunkt. Wichtig ist, dass auch die als histaminreich aufgeführten Lebensmittel relativ histaminarm sein können, wenn sie ganz frisch sind oder ordnungsgemäß tiefgekühlt wurden.
Als Faustregel für eine histaminarme Diät gilt daher, je frischer, desto besser. Dann sind nämlich auch Fleisch und Fische histaminarm, ebenso Milchprodukte. Für intolerante Personen heißt es daher: statt Hartkäse besser Frischkäse, statt Makrele geräuchert oder aus der Dose, lieber fangfrischen oder tiefgekühlten, mageren Fisch. |
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Vorsicht Histamin!
Lange Reifezeiten sind gut für den Geschmack, histaminintolerante Personen können darauf aber mit einer Fülle von Symptomen reagieren. Sie reichen von Bauchschmerzen bis zur Migräne. Haben auch Sie Erfahrungen mit einer histaminarmen Diät gemacht? Dann schreiben Sie uns. |
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