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Medizinischer Expertenservice
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Weg mit der Kippe – aber wie?
19.12.07 - Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit dem Nichtraucherschutzgesetz haben vor allem Morbus-Crohn-Patienten einen neuerlichen Anlass, das Rauchen aufzugeben. Dank ausgefeilter Kursprogramme stehen die Chancen es zu schaffen auch gar nicht schlecht.
Morbus-Crohn-Patienten tun gut daran, die Finger von Pfeife und Zigarette zu lassen. Denn die Inhaltsstoffe des Tabakrauches wirken sich sehr nachteilig auf den Verlauf der Erkrankung aus. So haben Raucher in der beschwerdenfreien Phase ein signifikant höheres Risiko für einen erneuten Schub als Nichtraucher. Wem das bislang nicht Anlass genug war, mit dem Rauchen aufzuhören, der könnte nun den 1. Januar 2008 als solchen nehmen. Sieht man einmal von ein paar Narrenhochburgen ab, tritt dann nämlich das Nichtraucherschutzgesetz vollumfänglich in Kraft. Wenn dann der Lieblings-Wirt kein Raucherzimmer eingerichtet hat, heißt es ab ins Freie. Nun ist das mit dem Aufhören aber so eine Sache. Nur jeder dritte bis fünfte Raucher, der die Zigaretten von heute auf morgen weglegt, ist nach einem Jahr noch abstinent. Die gute Nachricht dabei: Nahezu jede Hilfe, die Entwöhnungswillige zusätzlich in Anspruch nehmen, steigert die Erfolgsaussichten. Leichterer Ausstieg in der Gruppe Schon eine dreiminütige Beratung durch einen kompetenten Arzt erhöht – geringfügig aber nachweislich - die Abstinenzraten. Weit effektiver sind Entwöhnungsprogramme mit Gruppen- oder Einzelbetreuung. Sie zielen nämlich darauf ab, das Verhalten der Entwöhnungswilligen zu ändern. Von vielen Experten wird das als Grundlage einer dauerhaften Abstinenz angesehen. Mit Hilfe von Therapeuten geht es dann beispielsweise darum, erworbene Automatismen – etwa die Zigarette zur Zeitung - zu erkennen und abzustellen. Erschweren Entzugssymptome den Ausstieg, ist zudem eine Nikotinersatztherapie sinnvoll. Entsprechende Präparate stehen in Form von Kaugummis, Pflaster und Sprays zur Verfügung. Sie reduzieren Beschwerden wie Nervosität, Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen und vermindern das Verlangen nach einer Zigarette. Auch die von vielen gefürchtete Gewichtszunahme fällt unter der Nikotinersatztherapie geringer aus. Dies alles erlaubt es den Patienten, sich mehr auf die Verhaltensänderungen zu konzentrieren. Darüber hinaus kann der Entzug mit bestimmten Medikamenten unterstützt werden. Unter gleichzeitiger intensiver verhaltenstherapeutischer Betreuung lassen sich damit Einjahres-Abstinenzraten von 30 bis über 40 Prozent erzielen. Allerdings gehen diese Medikamente häufig mit Nebenwirkungen einher, teilweise wurden auch bedenkliche Stimmungs- und Verhaltensänderungen beobachtet. Sie sollten daher nur von einem Arzt verordnet werden, der über die entsprechende Erfahrung verfügt. Komplementäre Verfahren, wie Akupunktur oder Hypnose, sind nach einer Analyse des Cochrane-Zentrums – einem internationalen Netzwerk von Ärzten und Wissenschaftlern – nicht effektiv. „Das liegt daran, dass es sich um ein passives Verfahren handelt, das keine Verhaltensänderungen nach sich zieht“, sagt Dr. Matthias Urlbauer, Nürnberg. „Wenn jemand solchen Methoden jedoch positiv gegenübersteht und bereits anderweitig gute Erfahrungen damit gemacht hat, kann eine ergänzende Behandlung durchaus sinnvoll sein“, so der Leiter der Tabakentwöhnung am Städtischen Klinikum. Eine Frage des Abhängigkeitsgrades Am aussichtsreichsten ist eine Betreuung, die neben den genannten Maßnahmen auch eine Ernährungsberatung und eine Nachbetreuung (z.B. telefonische Helpline) einschließt. Was davon der Exraucher in spe wirklich benötigt, ist vor allem eine Frage der Abhängigkeit. Die kann der Therapeut anhand verschiedener Tests quantifizieren und sein Entwöhnungskonzept daran ausrichten. Im Prinzip reicht jedoch schon die Frage, wie bald Sie nach dem Aufwachen die erste Zigarette rauchen. Wenn Sie das innerhalb der ersten fünf Minuten tun, dann ist vermutlich das ganze Maßnahmenpaket gerade gut genug. |
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Programme zur Tabakentwöhnung
Angebote zur Tabakentwöhnung gibt es bei vielen Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, wobei letztere keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen können. Daneben bieten spezielle Einrichtungen geeignete Programme an. Interessenten sollten sich danach erkundigen, ob das jeweilige Entwöhnungsprogramm von der eigenen Krankenkasse anerkannt ist und dort auch nachfragen, ob die Kosten erstattet werden. Einrichtungen die entsprechende Kurse anbieten sind beispielsweise: Institut für Therapieforschung www.ift-gesundheit.de Institut für Raucherentwöhnung www.irt-rauchfreiwerden.de Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung www.wat-ev.de Rauchstopp - erste Effekte nach 20 Minuten Wer mit dem Rauchen aufhört, reduziert nicht nur das Erkrankungs- und Rezidivrisiko für einen Morbus Crohn. 20 bis 40 Minuten nach der letzten Zigarette sinken Blutdruck und Pulsfrequenz, wenn sie durch Nikotin erhöht waren. Füße und Hände werden besser durchblutet. Nach acht Stunden lässt sich Kohlenmonoxid im Blut nicht mehr nachweisen, die Sauerstoffbindekapazität verbessert sich. Nach 24 Stunden geht das Risiko für Gefäßverschlüsse zurück, Geruchs- und Geschmackssinn verbessern sich. Nach einigen Wochen verbessert sich die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich. Nach fünf bis 15 Jahren ist das Herzinfarktrisiko kaum noch höher als bei einem Nichtraucher. Nach zehn bis 15 Jahren nähert sich das Krebsrisiko dem eines Nichtrauchers. Ganz auf dessen Niveau wird es allerdings nie mehr sinken. |
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