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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail.
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Dumme Sprüche und Killerphrasen
03.11.08 - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen! CED-Patienten kennen das. Sie leiden nicht nur unter den Krankheitsbeschwerden, sondern auch unter den Reaktionen der Umwelt: inkompetente Ärzte, verständnislose Verwandte oder "wohlmeinende" Kollegen. Wir haben Patientenforen nach den dümmsten Sprüchen über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa durchsucht. Manche O-Töne hauen echt vom Hocker. Andere kommen Ihnen vielleicht bekannt vor…


Ärzte ohne Grenzen

„Wie? Sie leben immer noch?“ als regelmäßige Begrüßung seitens des Arztes

„Sie müssen halt akzeptieren, dass Sie eine Bombe im Körper haben, die jederzeit explodieren kann.“

Hochzeitsglückwünsche eines Urologen: „Ich freue mich immer, wenn so jemand wie sie noch jemanden findet, der ihn heiratet.“

„Sie können gar keine Schmerzen haben, da es im Becken keine Nerven gibt.“

Gespräch über die Ursachen des Durchfalls: Arzt: „Trinken Sie abends Bier?“Patient: „Ja, gerne.“ Arzt: „Sehn'se!“

„Hören Sie doch nicht so viel in sich hinein. Nicht jedes Mal ist ein kleines Stechen gleich ein Schmerz.“

Gastroenterologe bei der Frage, ob es sich um Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn handelt: “Ich kann ja verstehen, dass Sie die Krankheit nicht haben wollen, aber Sie müssen akzeptieren, eine von beiden haben sie bestimmt.“ Derselbe Arzt im weiteren Verlauf der Untersuchungen: “Nun, machen Sie sich mal keine Sorgen. So entzündliche Sachen am Darm - das kann alles Mögliche sein. Das muss nicht unbedingt CU oder MC sein.“


Neider

„Cool, dann nimmst du nie zu. Hätte ich auch gerne.“

„Durchfall? Ja sei froh, du hast Durchfall...ich hab Verstopfungen...ich wär froh, wenn ich deine Erkrankung hätte...“



Gut gemeint, ist auch daneben

"Ich war da mal wegen so einer Hautsache bei einem Heilpraktiker.“
„Geh doch mal zum Ohrenarzt, der hat mein Schwindelgefühl weggebracht.“

„Hier steht ein Artikel über Reizdarm, lies doch mal.“ (Zeigt auf eine populäre Frauenzeitschrift)

„Und da kann man gar nichts machen? Hast du es schon mal mit Feng Shui probiert? Vielleicht stehen Deine Möbel falsch, und die Energie kann nicht fließen, und deshalb bist du so krank?!“


Die liebe Familie

„Ich bin noch jung und möchte noch was erleben.“ Partnerin trennt sich wegen MC.

„Geht’s wieder mit dem Kacken?“ Öffentliche Begrüßung bei einer Familienfeier nach längerem Krankenhausaufenthalt.

„Aber doch nicht jetzt beim Essen.“ Allgemeines Abwehren, als der Patient auf Nachfrage erzählen will, wie es ihm geht.

Bei Blähungen „Hättest du dir das nicht verkneifen können, das stinkt ja, was sollen die anderen bloß denken.“


Alles Psycho, oder was?

„Fahr doch mal ins Grüne, da musst du nicht ständig an Klos denken.“

„Dein Darm ist krank? Das steht bestimmt in Deinem Lebenshoroskop. Jeder Mensch hat eine Aufgabe, Du hast die Krankheit als Aufgabe.“

„Die Krankheit soll Dich etwas lehren, und wenn Du sie nicht mehr brauchst, wird sie von selber gehen!“

„Das ist alles nur Einbildung - sei doch endlich mal ein Mann.“


Gut gekontert

Eine Besucherin auf der Intensivstation jammert ununterbrochen, weil ihr Nagel abgebrochen ist. Patientin: „Ohjeee, mit dir möchte ich aber wirklich jetzt nicht tauschen!“

Die Bekannte einer MC-Betroffenen liebt es, Scherze unter der Gürtellinie auf Kosten der Freundin zu reißen. So hängt sie ein Schild auf die Toilette: „In diesem Klo, da wohnt ein Geist, der jedem der zu lange sche...., mit Vollkraft in den Hintern beißt.“ Schriftliche Antwort darunter: „Mich hat er noch nicht gebissen, ich habe ihm ins Gesicht gesch....“

Eine Schülerin wird nach mehrwöchigem Krankenhausaufenthalt gefragt: „Ist das etwa ansteckend?“ Lakonische Antwort: „Klar, was meinst du, warum ich hier bin?“

Dialog mit einer Arbeitskollegin: „Ich kenne jemand der hat auch MC und ließ sich den Darm entfernen, seither hat der Ruhe und ist wie ein neuer Mensch. „Klaro und andere wären glücklicher, wenn sie sich das Hirn rausoperieren lassen würden!!“


Noch mehr dumme Sprüche finden Sie hier
„Worst of“-Liste der DCCV
Haus der Crohn-Freunde
Zum richtigen Umgang mit dummen Sprüchen gibt es auch Literatur, zum Beispiel:

Antonia Cicero/ Julia Kuderna: Clevere Antworten auf dumme Sprüche: Killerphrasen kunstvoll kontern.
Junfermann 3. Aufl. 2001, 12,50 €

Barbara Berckhan: Die etwas intelligentere Art, sich gegen dumme Sprüche zu wehren.
Heyne 2008, 7,95 €
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Soforthilfe gegen Verbalattacken

Dumme Sprüche ihrer Umwelt machen vielen CED-Patienten zu schaffen. Den Ärger über unsensible oder unwissende Zeitgenossen sollte man nicht hinunterschlucken. Allerdings hat nicht jeder gleich eine witzige Antwort parat, wenn ihm vor Empörung das Wort im Hals stecken bleibt. Doch Schlagfertigkeit kann man lernen. Gegen verbale Provokationen empfehlen Kommunikationstrainer:

1. Körperhaltung: Machen Sie sich nicht kleiner als Sie sind, richten Sie den Rücken auf, sehen Sie dem Gesprächspartner gerade in die Augen.

2. Ignorieren: Überhören Sie den verletzenden Satz. Oder noch besser: Fragen Sie „Wie bitte?“ Ist der andere tatsächlich so taktlos, den Satz zu wiederholen, haken Sie wieder nach: „Tut mir leid, ich habe Sie nicht verstanden.“ Kaum jemand, wird seine Aussage ein drittes Mal wiederholen. Falls doch, haben Sie Zeit gewonnen, sich eine Antwort zurechtzulegen.

3. Themawechsel: Wechseln Sie abrupt das Thema. Oder sie beantworten den Spruch mit einer banalen Lebensweisheit, die gar nichts mit dem Gesagten zu tun hat. Je zusammenhangsloser, umso besser. So zeigen Sie dem anderen, dass Sie es gar nicht der Mühe wert finden, auf sein Statement einzugehen.

4. Eine Brücke bauen: Sind Sie der Ansicht, jemand meint es eigentlich gut mit Ihnen und hat sich nur aus Unwissenheit im Ton vergriffen, können Sie zum Beispiel sagen: „Die neuesten medizinischen Untersuchungen haben übereinstimmend ergeben, dass MC (CU) keine psychosomatische Krankheit ist. Wenn es dich interessiert, gebe ich dir gern einen guten Artikel.“ Bestenfalls entwickelt sich daraus etwas, das Psychologen eine Win-Win-Situation nennen: Der Gesprächspartner lernt dazu und sie haben eine Vertrauensperson gewonnen.

5. Gespräch beenden: Wenn Sie dagegen den Eindruck haben, der andere setzt Sie absichtlich herunter, können Sie auch dies zum Thema des Gesprächs machen. Also z.B. klipp und klar sagen: „Auf diesem Niveau spreche ich nicht weiter. Wenn Sie wirklich Interesse an meiner Gesundheit haben, informieren Sie sich bitte. Ich bin Ihnen gerne dabei behilflich.“

6. Kontakt beenden: Überlegen Sie bei wiederholten verletzenden Äußerungen, ob es möglich ist, den Kontakt zu beenden. Vor allem, wenn es sich um Ihren Arzt handelt. Suchen Sie einen echten Ansprechpartner, zu dem Sie Vertrauen haben. Sie können beispielsweise in einem Internet-Forum nach einem kompetenten Hausarzt oder Facharzt in einer bestimmten Stadt fragen. So können Sie – gegebenenfalls über private Mails – Erfahrungswerte mit anderen Betroffenen austauschen. Mittlerweile gibt es auch Online-Portale mit Arzt- oder Klinikbewertungen wie www.medführer.de.
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