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Sprechende Bilder - Maltherapie für CED-Patienten


16.02.09 - Die Bilder zeigen schlauchförmig gewundene Figuren in schwarz-weiß oder bunt. Sie ähneln verblüffend Ultraschallaufnahmen eines Darmes. Doch sie sind zerstückelt, von roten Wundmalen durchzogen, Zentrum einer Explosion. „Zu Beginn einer Therapie begegne ich häufig Ängsten oder Aggressionen“, erzählt die Gesundheitspsychologin Magister Anna Wenger.

Kreativität als Ventil für unterdrückte Gefühle, dies wird unter anderem am Interdisziplinären Zentrum für chronisch entzündliche Darmerkrankungen Salzburg ICED praktiziert. Magister Anna Wenger – ihr voller Berufstitel lautet Klinische und Gesundheitspsychologin sowie Psychotherapeutin – bietet sowohl Einzelsitzungen als auch Gruppenseminare für Maltherapie an.

In den ersten Stunden überwiegen häufig aufgestaute negative Emotionen, erzählt sie. Die Schmerzen und Belastungen werden auf das eigene Körperinnere übertragen: „Ich kann meinen Darm nicht leiden“ oder „Am liebsten würde ich meinen Darm herausschneiden“, sind etwa entsprechende Statements.

Im Lauf der Zeit komme es jedoch zu einem Wandel. „Die Patienten beginnen sich um ihren Körper zu sorgen, sie wollen einen Ausgleich finden.“

Reise in das Innere des Körpers

Zwar betrachtet die moderne Medizin Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa nicht mehr als psychosomatische Krankheiten. Nachgewiesen ist jedoch ein Zusammenhang zwischen psychischem Stress und der Schwere des Verlaufes.

Zukunftsängste, Schamgefühle, depressive Verstimmungen sind nicht nur eine Folge der chronischen Krankheit; sie können auch dazu führen, dass Schübe häufiger auftreten oder länger anhalten.

Die Technik des katathymen Bilderlebens hilft einen Weg zu verborgenen Gefühlen zu bahnen. Dabei wird der Patient in einen Entspannungszustand versetzt. Mit geschlossenen Augen soll er sich eine Art Symbolbild vorstellen. „Ähnlich wie in einem Tagtraum“, erklärt Mag. Wenger.

Aufschlussreiche Tagträume

Anschließend malt der Patient die Visualisierung mit Pinsel und Farbkasten. Die Resultate auf Papier sind aufschlussreich, berichtet Mag. Wenger: „Grelle Farben deuten zum Beispiel auf intensive Gefühle hin, ein sehr kleinteiliges Bild verweist auf eine zwängliche Persönlichkeit, eine strukturlose Darstellung auf wenig Struktur im eigenen Leben.“

So liefern die Bilder den Stoff für die nächsten Therapiestunden. Gleichzeitig zeichnen sie die innere Entwicklung des Patienten nach.

Begründet wurde die Katathym Imaginative Psychotherapie von dem deutschen Psychiater und Psychotherapeuten Hanscarl Leuner. Dieser entwickelte seine Methode auf der Grundlage der Tiefenpsychologie des Schweizer Psychologen C.G. Jung.

Vom Schatten ans Licht

Ein zentrales Konzept von Jung ist die Auseinandersetzung mit dem „Schatten“, der dunklen Seite der Persönlichkeit. Erst die Integration des Schattens erlaubt nach Jung jedem Menschen zu reifen und sich zu entfalten.

In diesem Zusammenhang haben Bilder den Vorteil, dass sie sozusagen stumme Seeleninhalte an das Tageslicht holen. So können Patienten Gefühle zulassen und wahrnehmen, über die sie sonst nicht sprechen würden. Gleichzeitig gewinnen sie Zugang zu einer neuen kreativen Ausdrucksform.

Kennenlernen kann man die Maltherapie zum Beispiel innerhalb von Infotagen oder Zwei-Tages-Seminaren des ICED in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Morbus Crohn Colitis Ulcerosa Vereinigung. Auskünfte erteilt die ÖMCCV.

Links:
Interdisziplinäres Zentrum für chronisch entzündliche Darmerkrankungen ICED Salzburg

Österreichische Morbus Crohn Colitis Ulcerosa Vereinigung ÖMCCV



 
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Krankheit gestalterisch verarbeiten
Der Darm findet sich fast immer, wenn CED-Patienten Emotionen in Bilder einfließen lassen. Die Maltherapie soll helfen, belastende Körperbilder bewusst zu machen und aufzulösen.

Quelle: www.iced.at
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