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Medizinischer Expertenservice
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Ferien vom Ich
08.06.09 - Pilgerreisen und Klosterurlaub liegen im Trend. Diese Art, die schönsten Wochen des Jahres zu verbringen, kann auch CED-Patienten nutzen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Spiritualität hilft, besser mit den Erkrankungen umzugehen.

Was haben der deutsche Komiker Hape Kerkeling, der brasilianische Bestellerautor Paulo Coelho und die US-amerikanische Schauspielerin Shirley MacLaine gemeinsam? Alle drei gingen den Jakobsweg, den wiederentdeckten uralten Pilgerpfad durch Nordspanien. So wie jährlich über 100.000 Menschen, die auf dem mystischen Camino von den Pyrenäen bis zum Grab des heiligen Apostels Jakobus in Santiago de Compostela pilgern. Während die einen der Wunsch nach spiritueller Erleuchtung umtreibt, suchen die anderen einfach nur eine Auszeit vom Alltag.

Reif für die Insel

Vom Pilgerpfad zur Klosterzelle: Reisen mit spirituellem Hintergrund liegen voll im Trend. Immer mehr Menschen machen für ein paar Tage oder Wochen Ferien vom Ich in einer Pilgergruppe oder einer Ordensgemeinschaft.

Manche sehnen sich nur nach Ruhe und Abgeschiedenheit inmitten von Alltagsstress und Hektik. Für andere hat der Wunsch, die Batterien inmitten einer Gemeinschaft von Gläubigen neu aufzuladen, tiefere Wurzeln; die Suche nach einem Lebenssinn vielleicht.

Beten ist gesund

Macht Glauben glücklich – und gesund? Neue wissenschaftliche Studien haben die psychosomatischen Auswirkungen von Religion auf Herz und Nieren geprüft. Verblüffendes wurde zutage gefördert. Spirituelle Praktiken wie Gebet und Meditation senkten unter anderem Bluthochdruck, glichen Herzrhythmusstörungen aus oder erleichterten den Umgang mit chronischen Schmerzen bei Krebs.

Und eine Studie am Kinderkrankenhaus der Universität Cincinnati mit jugendlichen CED-Patienten zeigte: Betroffene mit religiösen Überzeugungen waren emotional insgesamt stabiler und litten weniger unter depressiven Symptomen als nichtgläubige Patienten.

Klosterküche und Kräutergarten

Zum Gesundheitsfaktor Gebet kommt das praktische Erfahrungswissen. Jahrhunderte lang waren Klöster nicht nur seelische Rückzugsinseln, sondern auch medizinische Versorgungszentren. Die Klosterküche bietet zahlreiche Anregungen für eine ebenso schmackhafte wie gesunde Kost. Dies unter anderem, weil die eher spartanischen Gerichte gern durch zahlreiche Kräuter aus hauseigenem Anbau aufgepeppt wurden.

Für die berühmte mittelalterliche Äbtissin und Heilkundige Hildegard von Bingen war die Ernährung eine wichtige Säule der Gesundheit. So empfahl sie zum Beispiel Dinkel als Nahrungsgrundlage, weil dieser „eine gute Verdauung“ bereite und stellte fest, dass Fenchel die „faulen Darmgase“ austreibe.

Noch heute sind viele Klostergärten Oasen der Ruhe mit einem ausgedehnten Kräuter- und Heilpflanzengarten. Die österreichischen Klostergärten bieten im Sommer 2009 ein buntes Veranstaltungsprogramm mit Konzerten, Kräuterweihe oder Klostermarkt. Höhepunkt sind die Langen Nächte der Klostergärten in den Stiften Melk, Zwettl und Altenburg.

Zu Gast hinter Klostermauern

Oder möchten Sie länger hinter Klostermauern schauen? Zum Klausurbereich haben zwar in der Regel nur Ordensangehörige Zutritt. Doch die Gästehäuser der Orden nehmen Schnupperbesucher auf. Wer will, kann sich als Urlauber, Etappenwanderer, Radler oder Pilger einlogieren. Auch Angebote zur Lebensorientierung wie Besinnungstage oder Schweigeexerzitien stehen zur Wahl.

Aufgenommen wird in den Gästehäusern meist jeder, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Konfession. Allerdings sollten Reisende die vereinbarte Ankunftszeit genau einhalten. Denn sonst kann es passieren, dass sie zur Gebetszeit vor geschlossenen Türen stehen. Auch abends werden die Klosterpforten üblicherweise fest verriegelt.

Tipps für Pilger

Wer den strapaziösen Fußmarsch über die Pyrenäen und die unzureichenden sanitären Verhältnisse in den überfüllten spanischen Pilgerherbergen scheut, findet auch in seiner näheren Umgebung Alternativen zum Jakobsweg. Europaweit führen viele Wege nach Santiago. Auch wenn sie nicht am Grab des berühmten Heiligen enden. Es gilt: der Weg ist das Ziel.

Pilgerreisen auf dem schwäbischen, bayerischen oder auch spanischen Jakobsweg bietet zum Beispiel das Bayerische Pilgerbüro an. Alleinreisende können sich unter www.jakobswege.net detaillierte Reiseinformationen mit genauer Beschreibung der einzelnen Etappen herunterladen.

Wichtigster Ausrüstungsgegenstand fürs ansonsten leichte Gepäck: ein paar gut eingelaufene Wanderschuhe. Ungeübte Wanderer sollten ihre Kondition vor Abmarsch schrittweise trainieren. Auch wenn Vorläufer Hape Kerkeling ganz spontan seinen Ranzen schnürte. Doch dieses Beispiel sei nicht zur Nachahmung empfohlen…

Links

Studie: CED und spirituelle Praktiken

Gesundheit aus der Klosterküche

Ordensgemeinschaften in Deutschland

Urlaub im Klösterreich

Reiseveranstalter Bayerisches Pilgerbüro

Europäische Jakobswege

Buchtipp

Hanspeter Oschwald: Der Klosterurlaubsführer: Erfahrungen – Informationen – Tipps. Herder, Freiburg: 2008.

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Gesundheit und Wellness im Kloster

Gesundheit und Wellness im Kloster – auch das gibt es. Die Angebote umfassen Fastentage ebenso wie Aquafitness, Aromaölmassagen oder Kräutermeditationen im Klostergarten. Bei der Gestaltung des Programms orientieren sich die Klöster am 5-Säulen-Prinzip des Gesundheitspfarrers Kneipp:

- Wasser
- Ernährung
- Heilpflanzen
- Bewegung und
- Lebensrhythmus

Und von wegen klösterlich einfach: Vitalbereich und Gästezimmer im neu eingerichteten Gästehaus der Arenberger Dominikanerschwestern entsprechen dem gehobenen Standard moderner Wellness-Hotels. Das Kneippkurhaus der Zisterzienserinnen im österreichischen Marienkron ist sogar mit vier Stenen ausgezeichnet.
 
Kloster Arenberg

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