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Reizdarm
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Gesunde Ernährung
10.07.2010 - Verzicht auf Trans-Fette in Lebensmitteln könnte viele Leben retten Weiter...
Achtung Couch-Potatoes
29.06.2010 - Sport hilft Angst bei chronischen Erkrankungen zu vertreiben Weiter...
Aphthen
18.06.2010 - Schmerzhafte Stellen im Mund können Anzeichen für Nahrungsmittelunverträglichkeit und Vitamin-Mangel sein Weiter...
Bier oder Cannabis?
28.05.2010 - Eine Online-Test enthüllt Alkohol- und Drogenabhängigkeit Weiter...
Erster Frauenarztbesuch
21.05.2010 - Junge Mädchen, die keine Beschwerden haben, sollten zwischen 12 und 17 Jahren ihren ersten Termin bei einem Gynäkologen wahrnehmen Weiter...
Impfungen
21.05.2010 - Eine Immunisierung gegen Krankheitserreger ist auch bei herabgesetzter Immunabwehr möglich Weiter...
Quo vadis Gastroenterologie?
17.05.2010 - In diesem Jahr fand das Merckle Recordati Symposium für Gastroenterologen zum 15. Mal statt. Weiter...
Kaiserschnitt im Trend
09.05.2010 - Infos zum Thema jetzt neu unter www.familienplanung.de Weiter...
Achtung Reizmagen
29.04.2010 - Leichte Speisen und der Verzicht auf Alkohol und Kaffee helfen Weiter...
Endosonographie
24.04.2010 - Bei der Endosonographie wird die Darmspiegelung mit einer Ultraschallsonde kombiniert. Weiter...
Achtung Pollenflug!
19.04.2010 - Allergiker müssen auch bei bestimmten Lebensmitteln mit Unverträglichkeiten rechnen. Weiter...
Medizinischer Expertenservice
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Pille, Präservativ oder Portiokappe?
Grundsätzlich stehen auch Patientinnen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa alle üblichen Wege der Verhütung offen. Im Einzelfall scheiden aber manche Mittel aus.
Sexuell aktiv sein ohne gleich Mutter oder Vater zu werden – dafür gibt es viele Gründe. Manche Paare halten sich für zu jung, den anderen passen Kinder gerade nicht in die Lebensplanung und gelegentlich sprechen auch Erkrankungen gegen eine Schwangerschaft. Aus welchem Grund auch immer: Zur Verhütung können Frauen – in geringerem Umfang auch Männer – heute auf eine Vielzahl von Methoden zurückgreifen. Angesichts dieser Fülle an Möglichkeiten bleibt die Frage, unter welchen Umständen welche Verhütungsmittel auch für CED-Patientinnen geeignet sind. Katholikenroulette & Co. Ahänger der natürlichen Empfängnisverhütung müssen in jedem Fall etwas Muße und eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen. So hat die Kalender-Methode nach Knaus-Ogino – von hämischen Zeitgenossen auch als Katholiken-Roulette verspottet – einen Pearl-Index, der nur noch vom Coitus interruptus überboten wird. Das muss einen auch nicht wundern, werden die fruchtbaren Tage doch anhand der Zykluslänge zurückliegender Monate ermittelt. Etwas genauer sind Berechnungen, die mit Hilfe der Körpertemperatur, der Beschaffenheit des Zervix(Gebärmutterhals)schleimes oder des Hormongehalts im Urin angestellt werden. Akzeptable Pearl-Indizes lassen sich nur mit einer Kombination aus Zervixschleim- und Temperaturmethode erzielen. Diese Methoden sind nicht geeignet, wenn aus medizinischen Gründen eine Schwangerschaft unbedingt vermieden werden sollte. Dies ist bei gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat der Fall, da unter diesem Wirkstoff vermehrt Missbildungen beobachtet wurden. Mesalazin, Kortisonpräparate, Azathioprin, Infliximab und Ciclosporin scheinen nach der derzeitigen Datenlage diesbezüglich unbedenklich zu sein. Dennoch wird auch unter diesen Therapien eine Verhütung empfohlen. Nachfahren der Granatapfelzäpfchen Die hormonelle Empfängnisverhütung war bereits den alten Ägyptern geläufig. Sie fertigten aus Bienenwachs und den Östrogen-haltigen Kernen von Granatäpfeln Zäpfchen an, die in die Scheide eingeführt wurden. Über deren Pearl-Index ist wohl nichts bekannt, aber die Weiterentwicklungen dieser Methode gehören zu den sichersten Mitteln, die wir heute kennen. Die klassische Anti-Baby-Pille, die Mikropille, der Vaginalring, die Spirale und das Hormonpflaster enthalten eine Kombination von Sexualhormonen (Östrogene und Gestagene), die den Eisprung verhindern und den Zervixschleim so verdicken, dass kein Spermium mehr durchkommt. Die Minipille, das Stäbchen-Implantat für den Oberarm und die Dreimonatsspritze enthalten nur Gestagen. Orale Verhütungsmittel (zum Schlucken) werden im oberen Dünndarm in den Organismus aufgenommen. Patientinnen mit Entzündungen in diesem Bereich, mit regelmäßigen Durchfällen oder einer ungenügenden Fähigkeit zur Aufnahme von Nähr- und Wirkstoffen über den Dünndarm (Malabsorption) sollten daher auf Verhütungsmittel zurückgreifen, die nicht oral eingenommen werden. In Frage kommen etwa Implantate oder Injektionen. Patientinnen mit CED haben häufig ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Wenn weitere Risikofaktoren vorliegen (Rauchen, bereits erlittene Thrombosen in der Vorgeschichte, geplante oder absehbare größere Operationen) sollte man auf Präparate, die sowohl Östrogene als auch Gestagene enhalten, verzichten. Patientinnen mit primär sklerosierender Cholangitis (einer begleitenden Erkrankung der Gallenwege) sollten generell von einer hormonellen Verhütung absehen. Obwohl hormonelle Verhütungsmittel das Risiko an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung zu erkranken möglicherweise erhöhen, haben sie bei Personen mit bestehender Erkrankung nach derzeitiger Datenlage keinen Einfluss auf die Krankheitsaktivität. Mechanik versus Erotik Oft gescholten aber altbewährt ist das Kondom oder Präservativ. Schon Casanova nutzte eine Variante aus Tiermembranen – in erster Linie um sich bei seinen amourösen Abenteuern vor der Syphilis zu schützen. Weitere Vertreter, die den Spermien den Zutritt in die „heiße“ Zone verwehren, sind Einlagen für die Scheide. Hierzu zählen Diaphragma, Portiokappe und Kondome für Frauen (so genannte Femidome), deren Gebrauch sich nur noch mit viel Fantasie ins Liebesspiel integrieren lässt. Diese Methoden sind auf Grund der relativ geringen Zuverlässigkeit nicht geeignet, wenn eine Verhütung dringend zu empfehlen ist (z.B.: wegen der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten mit erhöhtem Missbildungsrisiko, siehe oben). Mit Chemokeulen und Skalpell Bleiben noch Verhütungsmittel, die den Spermien zu Leibe zu rücken. Hierzu zählen spermizide Cremes und Gele sowie die Kupferspirale. Wer sich den Kinderwunsch für alle Zeiten abgeschminkt hat, der kann – vor allem als Mann - mit einer Sterilisation (operative Durchtrennung von Ei- bzw. Samenleitern) klare Verhältnisse schaffen. Die chemischen Verhütungsmittel sind sehr unsicher. Von einer laparoskopischen (durch die Bauchdecke) Sterilisation bei Frauen wird nach Operationen im Bauchraum und Becken abgeraten. Grund ist das erhöhte Risiko für Komplikationen. Da es darüber hinaus noch weitere Aspekte (z.B. Alter, Schutz vor Geschlechtskrankheiten, Handhabung) gibt, die die Wahl des Verhütungsmittels beeinflussen, sollten Patientinnen und Patienten das Thema in jedem Fall gemeinsam mit Ihrem Gastroenterologen und Ihrem Gynäkologen besprechen. Weiter führende Informationen zu allgemeinen Aspekten der Verhütung finden Sie beispielsweise bei Pro Familia. Quelle: Contraceptive Choices for Women with Inflammatory Bowel Disease. Journal of Familiy Planning and Reproductive Health Care 2003: 29(3) pp. 127-135 |
Stichwort Pearl-Index Wie sicher sind die einzelnen Mittel und Methoden der Empfängnisverhütung? Eine Maßzahl dafür ist der Pearl-Index (benannt nach dem amerikanischen Wissenschaftler Raymond Pearl). Er gibt an, wieviele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie mit ihren Partnern ein Jahr lang ein bestimmtes Verfahren anwenden. Der Pearl-Index für ungeschützten Verkehr liegt übrigens bei 80. Knaus-Ogino: 15 – 30 Temperaturmethode: 1-10 Zervixschleimmethode: 20 Coitus interruptus: bis 35 Pille: 0,1 – 0,9 Ring: 0,4 - 0,7 Hormonspirale: < 0,1 Pflaster: 0,7 - 0,9 Minipille: 0,5 - 3 Implantat: < 0,1 Spritze: 0,3 – 0,88 Kondom: 2 – 12 Diaphragma: 1 - 20 Portiokappe: 6 - 7 Chemische Mittel: 3 - 21 Kupferspirale: 0,9 - 3 Sterilisation: Beim Mann 0,1, bei der Frau 0,2 bis 0,3 In der Literatur finden sich teils abweichende Indizes. Schwankungen erklären sich z.B. durch die unterschiedliche Geschicklichkeit im Umgang mit den Verhütungsmitteln. |
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