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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail. Weiter... |
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„... und als Nächstes kommt der Hunderter!“
13.03.06 - Wie unauffällig eine Colitis ulcerosa verlaufen kann, zeigt das Beispiel von Christian Grundner. Der 38-jährige Münchner bereitet sich trotz der Erkrankung auf seinen ersten 100 Kilometer Ultra-Lauf vor.
Sehen Dauerläufer anders aus, als „normale“ Zweibeiner? Der Mann, der auf mich zukommt, ist groß und schlank, hat einen leichten Schritt und einen festen Händedruck. Ansonsten deutet nichts darauf hin, dass Christian Grundner die klassische Marathonstrecke von 42 Kilometern in zweieinhalb Stunden hinter sich bringt. „Damit ist man eine knappe halbe Stunde hinter dem Weltrekord und unter den ersten 0,09 Prozent aller Läufer“, sagt er. Oder etwas anschaulicher: Nur etwa jeder Elfhundertste ist schneller. Sport als Leidenschaft Wir sitzen in einem Café im Münchner Olympiapark. Christian arbeitet ganz in der Nähe, als Verwaltungsangestellter der Olympiapark GmbH. „Das ist ganz praktisch, denn auf dem Gelände kann ich auch gleich trainieren.“ Und das ist immerhin sechs- bis achtmal pro Woche der Fall. Das Pensum umfasst Lauftraining in unterschiedlichen Tempi. Keine Frage, der Sport ist seine Leidenschaft. Christian begann damit als Jugendlicher, zunächst über Mittelstrecken, später ging er auf die Langstrecken und schließlich zum Marathon über. Sein größtes Rennen war bislang der Rotterdam-Marathon. Dort wurde er 120-igster in einem Feld von 8.000 Teilnehmern. „Rotterdam ist ein schneller Marathon, dort treten Läufer an, die sich für Olympia qualifizieren oder einen Rekord aufstellen möchten“, erklärt er. Die Massen-Veranstaltungen, etwa in New York, sind dagegen nicht seine Sache. „Zuviele Hobbyläufer, die nur dabei sein wollen und lieber in die Kameras winken, als ans Limit zu gehen“, kommentiert er knapp. „Das ist für mich kein echter Wettkampf.“ Wir reden noch ein Weilchen übers Laufen, und man merkt, dass Christian viel lieber über seine sportliche Leidenschaft spricht, als über die Colitis ulcerosa, die im Oktober 2005 bei ihm diagnostiziert wurde. Beschwerdenfrei in zwei Tagen Drei Wochen vorher hatten plötzlich heftige Durchfälle eingesetzt. Christian trainierte zwar weiter, ging aber dann doch zu einem Arzt. Der veranlasste eine Spiegelung, bei der ein Polyp und die Colitis festgestellt wurden. „Ich erhielt Mesalazin-Micropellets und war zwei Tage später wieder ohne Beschwerden“, erinnert sich Christian. „Keine Ahnung, ob das auf die Medikamente zurückzuführen ist. Seither habe ich jedenfalls keinerlei Beschwerden mehr.“ Haben ihm die Ärzte was mit auf den Weg gegeben? „Nur, dass es nichts Ernstes sei“, sagt Christian, „und dass ich in nächster Zeit wegen der Colitis und einmal jährlich wegen des Polyps Kontrollspiegelungen machen lassen muss.“ Allerdings steht in Kürze erst einmal ein Wettbewerb an, weswegen Christian die Colitis-Kontrolle noch etwas hinauszögert. „Bei der letzten Spiegelung hatte ich nach den Biopsien ein paar Tage lang Blutungen, das möchte ich in der Wettkampfphase vermeiden.“ Und eine weitere Sorge plagte ihn im Zusammenhang mit dem Sport: ob die Mesalazin-Micropellets eventuell Doping-relevante Substanzen enthalten. Eine Anfrage beim Hersteller ergab, dass er damit auf der sicheren Seite ist. „Kortison als Behandlungsalternative würde dagegen unter die Dopingregelung fallen.“ So macht Christian herzlich wenig Aufhebens um die Colitis. Zwar hat er die Ärzte sicherheitshalber nicht über seine Aktivitäten informiert, aber er fühlt sich gut und so hat er sich auch schon ein neues Etappenziel in seinem Sportlerleben gesteckt. „Als Nächstes kommt der Hunderter dran.“ |
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Marathonläufer Christian Grundner - Nur etwa jeder Elfhundertste ist schneller.
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