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Medizinischer Expertenservice
Sie haben eine spezielle Frage zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Unser Experte Prof. Dr. med. Andreas Stallmach antwortet Ihnen direkt per e-mail.
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Briefmarken sammeln oder Badminton spielen?
Sport macht Spaß, ist gesellig und hält fit. Mit einem Wort: Sport ist gesund – zumindest für Gesunde. Wie aber ist es bei Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Sollten sie sich nicht besser schonen und Briefmarken sammeln, statt Badminton zu spielen oder mit dem Mountain-Bike Höhenmeter zu schrubben? Kann Sport vielleicht sogar eine beschwerdenfreie Phase unterbrechen und die Entzündung wieder entfachen?

Fragen wie diese konnten lange Zeit nicht sicher beanwortet werden. Klinische Studien dazu waren nicht vorhanden und die Empfehlungen seitens der Ärzte fielen je nach deren individuellen Erfahrungen oder Einstellungen aus. Die müssen weiß Gott nicht falsch gewesen sein, entbehrten aber einer statistisch gesicherten Grundlage.

Hilft viel, schadet nichts
Eine Untersuchung, die vor wenigen Jahren am Klinikum Niederrhein durchgeführt wurde, gab schließlich die Richtung vor - Sport scheint auch für CED-Patienten gesund zu sein. An der Studie nahmen 90 Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcersa teil, etliche mit einer aktiven Erkrankung. Eine Gruppe absolvierte ein Sport-, die andere ein Entspannungsprogramm.

Die Teilnehmer des Sportprogramms strampelten sich fünfmal wöchentlich auf dem Fahrradergometer ab, wanderten und betrieben Aquajogging. Etwas gemütlicher ging es naturgemäß in der Entspannungsgruppe zu. Die Teilnehmer betrieben Tai Chi Chuan, erhielten Anwendungen von Wasser-Shiatsu, erlernten die Muskelrelaxation nach Jacobson oder Autogenes Training und erhielten eine physikalische Therapie.

Fazit: Beide Programme führten zu einem Rückgang der Krankheitsaktivität. Auch die Lebensqualität verbesserte sich in beiden Gruppen eindeutig, Ängste und Depressionen gingen ebenfalls deutlich zurück. Eine weitere gute Nachricht: Bei den „Sportlern“ war es nicht zu irgendwelchen Komplikationen gekommen und beim abschließenden Fahrradergometertest konnten sie endlich den Preis für ihren schweißtreibenden Einsatz einheimsen: Sie waren leistungsfähiger als die „Entspanner“.

Heißt das nun, dass in jedem Fall auch jede Sportart ausgeführt werden kann? Wir haben dazu Professor Dr. Wolfgang Fischbach, CED-Experte am Klinikum Aschaffenburg, befragt. Lesen Sie hier das Interview.





Sport und CED
Eine Studie zeigt, dass die Krankheitsaktivität unter mäßiger sportlicher Belastung zurückgeht.
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