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Medizinischer Expertenservice
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Wollfummel, der fetzt
Während einer dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit entdeckte Carla Schürmann ihre Leidenschaft für das Stricken
19.12.05 - Im Grunde genommen hatte Carla gar keine so guten Voraussetzungen, als sie 2003 ihre Karriere als Hobby-Strickerin begann. Sie ist nicht gerade ein Geduldsmensch, Ihre spärlichen Erfahrungen bei der Sockenfertigung lagen jahrelang zurück und auch dem Zug der Zeit hinkte sie damit hinterher. Denn nach einem kurzen aber trendigen Dasein im Bundestag und in Universitätshörsälen war das Werkeln mit den langen Nadeln längst wieder in die Wohnzimmer der Fangemeinde zurückgekehrt. Genau dort produziert Carla aber Fummel, der wirklich fetzt. Wie alles begann Den ersten Anlauf unternahm Carla im Teenageralter. „Ich wollte damals unbedingt selbstgestrickte Socken haben“, erzählt sie rückblickend. „Meine Mutter hatte aber keine Lust, sich an die fieslige Arbeit mit vier oder fünf Nadeln zu machen, und so begann ich mit einer Anleitung aus einer Zeitschrift selbst zu stricken.“ Allerdings verlor sich das frühe Interesse im Laufe der folgenden Jahre und erst nach einem berufsbedingten Umzug nahm Carla den verlorenen Wollfaden wieder auf. „Ich war neu in der Stadt und hatte lange Arbeitstage, sodass ich abends nicht mehr viel Lust verspürte, um die Ecken zu ziehen.“ Stattdessen entwarf sie nun erste Schals und gab ihnen Gestalt. Je bunter, desto besser Richtig zum Hobby wurde das Stricken aber erst 2003, als Carla wegen ihres ersten starken Schubes drei Monate krank war. „Ich konnte nicht zur Arbeit gehen, und anstatt nur herumzusitzen nahm ich wieder die Nadeln zur Hand. Ich strickte vor allem Sachen, die nicht viel Zeit in Anspruch nahmen. Einerseits fand ich die Tätigkeit so beruhigend und andererseits hatte ich am Abend eines jeden Tages das Gefühl, etwas zustande gebracht zu haben.“ Diese Erfahrung machte sie im darauf folgenden Jahr noch einmal, als sie wegen eines weiteren starken Schubes 14 Monate lang arbeitsunfähig war und mehrmals ins Krankenhaus musste. „Ich möchte nicht wissen, wie viele Quadratmeter Strickware ich in diesem Jahr produzierte. Aber diese Beschäftigung hat mich vor dem Fall in ein tiefes Loch bewahrt; nicht zuletzt durch die Anerkennung, die ich für meine Kleidungsstücke bekam. Und Anerkennung ist etwas, das man nur noch schwer bekommt, wenn man wegen eines Schubes zu Hause liegt und nicht mehr arbeiten kann.“ Irgendwann meldeten sich immer mehr Freunde und Bekannte und wollten auch ein Teil aus der Strick-Kollektion und so blieb Carla bis heute bei diesem Zeitvertreib. Ihr Atelier schmücken Kuscheltiere, Mützen, Socken, Schals, Muffs, Pulswärmer, Taschen und Handpuppen in verschiedenen Formen und Farben. Farben sind überhaupt ein Hauptanliegen von Carla: „Da das Leben schon dunkel genug ist, bin ich ein großer Fan von Farben, je bunter die Zusammenstellung, desto besser.“ Der Schritt zur Website Mit der steigenden Nachfrage aus dem Umfeld ergab sich jedoch ein neues Problem. „In dem Maße, wie sich bei mir die Socken und Schals stapelten, wurde es immer schwieriger, den Interessenten alle Modelle in einem geeigneten Rahmen zu zeigen“, so Carla. Die Lösung war eine Website, die Carla selbst programmierte und auf der sie heute einige ihrer Arbeiten ausstellt. Ein richtiger Internet-Shop ist das zwar nicht, aber Carla sieht das Stricken auch eher „als kreativen Ausgleich zu ihrem zahlenlastigen Job als Vertriebs-Controllerin.“ Tipps von der Expertin Dazu und in schwierigen Phasen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung kann Carla das Stricken nur wärmstens empfehlen. Was sollten NovizenInnen mitbringen? „Etwas Geduld, die Freude an kleinen Fortschritten und die Fähigkeit, sich längere Zeit auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren.“ Und damit sich das Spaßerlebnis möglichst bald einstellt, empfiehlt Carla
Nun denn: an die Nadeln! |
Alle Modelle zu sehen unter www.zauberstrumpf.de
Carla Schürmann 1976 geboren in Castrop-Rauxel, NRW 1996 Abitur und Diagnose einer unspezifischen Colitis 1996-2000 Studium der BWL in Dublin und Reutlingen 2000 Reise ins südliche Afrika und Praktikum in der deutschen Botschaft in Windhoek, Namibia 2001 Beginn der Berufstätigkeit in einem Pharmaunternehmen in der Primärmarktforschung 2002 Diagnosewechsel (Colitis ulcerosa) 2003 Erster starker Schub, 3 Monate arbeitsunfähig, "Beschäftigungstherapie" mit den Stricknadeln 2004 Zweiter starker Schub, 14 Monate arbeitsunfähig, Änderung der Diagnose (Colitis Crohn), Klinikaufenthalte auf Grund von Abszessen und einer Thrombose 2005 Wiederaufnahme meiner Berufstätigkeit im Daten Management (Vertriebs- Controlling) |
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